Forstpolitik

Mondi kooperiert mit der IUFRO

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Mondi Gruppe, ein weltweit führender Hersteller von Verpackungs- und Papierlösungen, und die International Union of Forest Research Organizations (IUFRO, Internationaler Verband Forstlicher Forschungsanstalten) kündigen eine dreijährige Partnerschaft an, um wissenschaftsbasierte, tragfähige Antworten auf klimabedingte Bedrohungen für Wälder und forstbasierte Industrien zu finden.

Dieser Zusammenschluss erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt: Dürreperioden, extreme Wetterereignisse sowie der verstärkte Schädlings- und Krankheitsbefall fügen den Wäldern in vielen Teilen der Welt schwere Schäden zu. Die Kräfte zu bündeln, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern, sei für das Wohlergehen der Menschen, die Artenvielfalt, die Wirtschaft und die holzverarbeitende Industrie von entscheidender Bedeutung.

Forschung in die Praxis umsetzen

Dirk Längin, Group Head of Fibre Sourcing bei Mondi und Co-Vorsitzender der Lenkungsgruppe der IUFRO-Mondi-Partnerschaft, sagte, 80 % des Geschäfts von Mondi basiere auf Fasern. Deshalb achte das Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette auf Nachhaltigkeit und lege einen starken Fokus auf erneuerbare Holzfasern aus nachhaltig bewirtschafteten Forstbetrieben. Die Partnerschaft mit IUFRO wird es Mondi ermöglichen, mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zusammenzuarbeiten, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen, einen breiten Zugang zur Forschung zu erhalten und all dies in praktische Anwendungen und optimierte Abläufe umzusetzen. Das so gewonnene Know-how werde Mondi in die Lage versetzen, die gewonnenen Erkenntnisse mit anderen Sektoren und Branchen zu teilen, um gemeinsam Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Forschungsbedarf erkennen

Alexander Buck, IUFRO-Direktor und Co-Vorsitzender der Lenkungsgruppe der IUFRO-Mondi-Partnerschaft, erklärte, die Vision von IUFRO sei es, die Bedürfnisse der forstlichen Forschung und Entscheidungsfindung weltweit zu erfüllen. Dies gehe nur, wenn Wissenschaftler auch den Informationsbedarf von Wirtschaft und Industrie effektiv erkennen und ansprechen, um wissenschaftsbasierte Lösungen zu entwickeln. Die Partnerschaft mit Mondi sei das Ergebnis einer kontinuierlichen Zusammenarbeit seit 2017 und unterstreiche ein starkes Engagement der IUFRO für die wichtige Rolle der forstbezogenen Wirtschaft und Wissenschaft bei der Förderung von Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung.“

Globale Partnerschaft, paneuropäischer Schwerpunkt

Der Forstsektor spiele eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und für die nachhaltige Entwicklung weltweit, wie sie in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen formuliert ist, insbesondere im Nachhaltigkeitsziel 15, dessen Schwerpunkt das Leben an Land ist. Der Klimawandel bedürfe einer breiten Diskussion unter politischen Entscheidungsträgern und Stakeholdern darüber, wie zukünftige Waldlandschaften sowohl den Versorgungsbedarf der Industrie erfüllen als auch die vielfältigen Ökosystemleistungen der Wälder bereitstellen können. Dieser Dialog müsse sich auf die besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse stützen, um widerstandsfähige Wälder aufzubauen.

Gemeinsame Antworten finden

Ziel der Kooperation zwischen Mondi und IUFRO als globale Partnerschaft mit paneuropäischem Schwerpunkt sei es, eine Plattform für Wissenschaft und Wirtschaft zu etablieren, auf der die beiden Organisationen gemeinsam Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels erarbeiten und gangbare Wege für die Forstwirtschaft und die holzverarbeitende Industrie aufzeigen, für eine nachhaltige Zukunft.

Schwerpunkte

Zu den Schwerpunkten der Partnerschaft gehören:

  • Think-Tank-Meetings, die über die aktuelle Faktenlage informieren und Zugang zu den neuesten Daten zum Klimawandel und zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen bieten und Optionen für Maßnahmen zur Risikominderung aufzeigen
  • Dialoge mit Stakeholdern zum Austausch und zur Diskussion von Studienergebnissen sowie zur Einbindung von Partnern und öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Interessengruppen, um Wege und Optionen für das weitere Vorgehen zu identifizieren
  • wissenschaftliche Studien und Workshops sowie regelmäßige Kommunikation, um den Austausch von Best Practices zu erleichtern.
Quelle: IUFRO