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Reich strukturierte Waldränder bilden den Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und bereichern das Landschaftsbild

Modellvorhaben „Mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung“ abgeschlossen

Der Projektbericht zu dem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben „Mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung“ liegt vor. Deutlich wird: Mittelwälder leisten zum Erhalt der biologischen Vielfalt in mitteleuropäischen Wäldern einen wichtigen Beitrag. Durch die geschickte Verknüpfung heutiger Nutzungsansprüche und historischer Nutzungsformen können im Rückgang befindliche Baum- und Straucharten auf größerer Fläche langfristig erhalten werden.
Landschaftsstation und Regionalforstamt arbeiten zusammen
Seit 2008 untersucht die Landschaftsstation im Kreis Höxter in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Hochstift im Rahmen eines Modell- und Demonstrationsvorhabens, wie im Rückgang begriffene lichtliebende Baumarten durch eine mittelwaldähnliche Bewirtschaftung gefördert werden können. Bei dieser Bewirtschaftungsform werden die Gehölze mit Ausnahme ausgewählter sog. Überhälter, die im Bestand verbleiben, etwa alle 20 Jahre auf den Stock gesetzt, d.h. abgesägt und entfernt. Seltene Baumarten wie Elsbeere, Sommer-Linde, Eibe oder Wacholder, traditionell auch Eiche, werden verschont und sollen dadurch zukünftig wieder in größerer Zahl in den Beständen wachsen.
Auf insgesamt sieben kreisweit verteilten Modellflächen wurden unterschiedlich ausgestattete Waldränder auf einer Breite von etwa 30 bis 50 m in der beschriebenen Weise so umgestaltet, dass reich strukturierte Waldmäntel mit vorgelagerten blütenreichen Säumen entstehen, welche letztlich auch das Landschaftsbild bereichern. Die Maßnahmen dienen zudem der Verkehrssicherheit, da potenzielle Gefahrenbäume entnommen werden und in Straßen- oder Wegnähe nur kräftige und gesunde Einzelbäume im Bestand verbleiben. Das geworbene Holz wird einer regionalen Nutzung zugeführt, womit sich aus dem Projekt eine enorme Wertschöpfung ableitet: Gegenüber dem sonst immensen Aufwand vor allem für Maßnahmen der Verkehrssicherung werfen die mittelwaldähnlich gestalteten Waldränder beachtliche Gewinne ab.
Als ein wesentliches Ergebnis des jetzt abgeschlossenen Vorhabens konnten eine Vielzahl positiver Auswirkungen auf die Artenvielfalt von Flora und Fauna dokumentiert werden.
Schon im Verlaufe des Projektes zeichnete sich eine große Zahl von Vorteilen ab und so wurde das Vorhaben bereits im Sommer 2012 im Rahmen der „Woche der Umwelt“ im Schloß Bellevue in Berlin vom Bundespräsidenten Joachim Gauck als eines der innovativsten bundesweit ausgezeichnet.
Wesentliche Ergebnisse des von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Vorhabens sind ab sofort auf der Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nachzulesen.
 
Landschaftsstation im Kreis Höxter/BLE/idw
Raritäten wie der Europäische Frauenschuh werden durch eine mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung gefördert Reich strukturierte Waldränder bilden den Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und bereichern das Landschaftsbild Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sowie der Leiter der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Hanns-Christoph Eiden (r.) lassen sich im Schloss Bellevue von Frank Grawe (l.)

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