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Niedersachsen: Neue Runde für die Forstmedaille

Niedersächsische Forstmedaille 2017 verliehen

Günther Storck erhielt die Niedersächsische Forstmedaille des Landwirtschaftsministeriums für eine nachhaltige und ökologische Waldbewirtschaftung. Der langjährige Vorsitzende der „Genossenschaft der Berginteressenten“ zu Lemförde im Landkreis Diepholz wurde am 25. Oktober 2017 in Hannover geehrt.

„Mit der Forstmedaille ehren wir das Lebenswerk von Günther Storck, der die Laub- und Mischwälder auf dem Lemförder Berg maßgeblich mitgestaltet hat“, sagte Staatssekretär Horst Schörshusen bei einer Feier im Landwirtschaftsministerium. „Im nachhaltigen ökologischen Waldbau der Lemförder Forstgenossenschaft hat der Naturschutz einen hohen Stellenwert“, sagte Schörshusen. „Zugleich ist sie auch wirtschaftlich erfolgreich.“ Hier werde überzeugend vorgelebt, dass sich Schutz und Nutzung des Waldes „auf gleicher Fläche vorbildlich verwirklichen lassen.“

Der 80 Jahre alte Günther Storck ist von Beruf eigentlich Hochbauingenieur; mit Leib und Seele war er jedoch immer auch Forstgenosse: Die Jury überzeugte er vor allem durch sein Engagement in der Umweltbildung für die örtliche Grundschule sowie für den Natur- und Artenschutz. Ein besonderes Anliegen ist Storck der Schutz von Fledermäusen sowie von Amphibien, für die er Teiche anlegt und pflegt. Außerdem macht er sich für die Wiederbewaldung eines ehemaligen Industriegeländes auf dem Gelände der Forstgenossenschaft stark. In der Gemeinde ist Storck für seinen sozialen und karitativen Einsatz bekannt.

Der Wald der Lemförder Berginteressenten umfasst eine Fläche von 75 ha. Hier wachsen aufgrund des guten Bodens zu 80 % Rotbuchen und Edellaubholz wie Ahorn und Eschen – und sogar 160 Jahre alte Eichen. Die Forstgenossenschaft, in der sich rund 70 Waldbesitzer zusammengeschlossen haben, verkauft jährlich etwa 500 Kubikmeter Holz. Die Forstgenossen wirtschaften gemeinsam und lassen sich von Revierförster Wolfgang Meyer vom Niedersächsischen Forstamt Ankum beraten.

Staatssekretär Schörshusen aus dem auch für Forstwirtschaft zuständigen Niedersächsischen Agrarministerium lobte den ökologisch ausgerichteten Waldbau der Forstgenossenschaft. Es sei „prima, dass die Forstgenossenschaft ihren privaten Waldbesitz nach dem Vorbild des Waldbauprogramms LÖWE der Niedersächsischen Landesforsten multifunktional bewirtschaftet“. Schörshusen: „Die Lemförder Berginteressenten haben es geschafft, verschiedene Interessen in Einklang zu bringen. Die Waldbesitzer profitieren von forstwirtschaftlichen Erlösen, die Bürgerinnen und Bürger von Erholung im Wald, und zugleich wird die biologische Vielfalt geschützt.“ Mit knapp 60 % liegt der Anteil des Privat- und Genossenschaftswaldes in Niedersachsen über dem Bundesdurchschnitt (rund 50 %).

 

Mit der Forstmedaille zeichnet das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium seit 2011 jährlich Personen und Institutionen aus, die sich um den Natur- und Lebensraum Wald verdient gemacht haben. Die 16 bisherigen Preisträger wurden für ihre Arbeit für Naturschutz, Waldpädagogik, ökologische Waldbewirtschaftung, Privatwaldförderung und Schaffung neuer Wälder geehrt. 2017 ist die Forstmedaille mit 3.000 € dotiert.

ML Niedersachsen

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