ABO

Mitgliederversammlung der Waldbesitzer Rheinland-Pfalz

„Der Schutz des Klimas und die Energiewende zu erneuerbaren Energien ist ohne den nachwachsenden Rohstoff Holz nicht zu erreichen. Wer die rasant steigende Nachfrage nach Holz mit der Stilllegung von Flächen beantwortet, der verschließt die Augen vor Holzimporten aus teils dubiosen Quellen mit hohem Raubbau an Natur und auch an den Menschen“, sagte Hans-Günter Fischer anlässlich der Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbandes am 2. Dezember in Boppard. „Die kommunale und private Forstwirtschaft pflegt, schützt und nutzt schon seit Jahrhunderten den Wald und stellt verlässlich den nachwachsenden Rohstoff bereit, betonte Fischer. „Die naturnahe und klimafreundliche Produktion ist Garant für die Grüne Lunge unseres Landes, für den Schutz von Tieren und Pflanzen und natürlich für einen nachhaltigen Beitrag für die Zukunft einer nachfossilen und nachnuclearen Energiever-sorgung“, so Fischer weiter. Wenn hier die Landesregierung die Axt anlegt und im Rahmen des geplanten Landes-naturschutzgesetzes das Waldgesetz ändert, sind nicht nur die über 50.000 Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft in Gefahr, sondern es geht ein Stück Heimat und Natur verloren.Die Waldbesitzer befürchten, dass sie in Zukunft einmal gerodete Waldflächen nicht wieder aufforsten dürfen. Ersatzaufforstungen beispielsweise für Windräder sollen wegfallen. Dass das Grüne Ministerium der Neuanlage von Wald kritisch gegenübersteht, war be-reits nach dem Regierungsantritt offensichtlich. Es wurde sofort die Förderung für die Erstaufforstung gestrichen. Dass jetzt aber auch die Förderung der naturnahen Waldbewirtschaftung, hierunter fällt auch die Bodenschutzkalkung gegen Immissionen, gestrichen werden soll, lässt tief blicken. Auch soll künftig der forstliche Wegebau nur noch eingeschränkt unterstützt werden. Damit ist es oftmals für Waldbesitzer nicht möglich, nachhaltig erzeugtes Holz zu Sägewerken zu transportieren.Die deutsche Säge- und Holzindustrie hat heute schon zunehmend Schwierigkeiten, ihre Rundholzversorgung sicherzustellen. Sowohl der Kahlschlag bei den strukturverbessernden forstlichen Förderungen (der Bund zahlt 60 %, das Land nur 40 %) als auch die zunehmende Flächenstilllegungspolitik der Regierung richten sich gegen die Forst- und Holzwirtschaft und damit den ländlichen Raum.Fischer warnt deutlich: „Wer hier die falschen Konzepte umsetzen will, muss sich direkt verantworten für die dadurch indirekt geförderte rücksichtslose Vernichtung von global bedeutsamen Waldbeständen in anderen Teilen der Erde.“Im Zusammenhang mit der Energiewende fordert der Waldbesitzerverband „beim Aufstellen von Windrädern sehr nüchtern den Nutzen gegen die Risiken abzugleichen. Zugleich warnte er vor falscher „Goldgräberstimmung“ zu Lasten des Waldes und der Natur. Wir erwarten von der Politik, dass beim Bau von Windenergieanlagen im Wald solche Standorte ausgewählt werden, die von ihrer Windhöffigkeit eine hervorragende Be-deutung haben und wir hatten uns von der Landesregierung einen stärker steuernden Prozess erwartet, um eine Konzentration der Windenergieanlagen im Wald herbeizuführen und eine weitgehende Verspargelung der Landschaft zu vermeiden.“Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist die Interessenvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz. Neben rund 400 Städten und Gemeinden und den Besitzern von größeren privaten Waldflächen haben sich über 15.500 Kleinprivatwaldbesitzer in 23 Kreiswaldbauvereinen im Waldbesitzerverband zusammengeschlossen.

Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V.

Auch interessant

von