Waldschutz

Mit Rotbuche gegen Kulturheidelbeere im Wald

Bearbeitet von Carolin Föste

Seit kurzem ist ein 15 t schwerer Bagger im Wald am Naturdenkmal Ahldener Schwedenschanze im Forstamt Rotenburg im Einsatz. Mithilfe der großen Maschine werden hier insgesamt 2.500 Rotbuchen gepflanzt. Ziel ist die Anlage eines Rotbuchen-Sperrriegels, um die Ausbreitung der Kulturheidelbeere auf die Heidefläche auf natürlichem Wege zu unterbinden, berichten die Niedersächsischen Landesforsten (NLF).

Schutzzweck sei unter anderem der Erhalt der 2,9 ha großen Heidefläche mit ihrer typischen Pflanzengesellschaft. Das Schutzgebiet ist umgeben von Wald, in dem sich bereits seit Jahrzehnten die Kulturheidelbeere ausbreitet. Die Heidelbeere stamme aus angrenzenden Plantagen. Sie vermehre sich rasant und verdränge heimische Pflanzenarten. Damit die Heidelbeere sich nicht weiterverbreitet und nicht die Heideflächen des Naturdenkmals erreicht, müsse sie ständig zurückgedrängt werden.

Schützen Buchen vor invasiven Einwanderern?

Gerd Jülke, Leiter der Revierförsterei Ahlden erklärt: „Die weitere Ausbreitung der Heidelbeeren unterbinden wir regelmäßig durch Rodung der über mannshohen Pflanzen mit samt der Wurzel. Der Erfolg ist aber leider stets nur von kurzer Dauer, da sich die Beerenfrüchte massenhaft aussäen, keimen und die Flächen schnell wieder erobern. Um das künftig zu unterbinden, pflanzen wir jetzt 2.500 Rotbuchen, um den Waldboden mit diesen schattenspendenden heimischen Waldbäumen zu versiegeln. Dadurch wird den jungen Heidelbeeren künftig das zum Wachsen nötige Licht entzogen. So können wir eine weitere Ausbreitung der Beerensträucher eindämmen.“ Die jungen Buchen seien bereits über einen Meter groß und haben ein gut ausgebildetes Wurzelwerk.

Pflanzverfahren für Wuchsvorsprung

Bagger im Wald
Andre Leube, Torben-Malte Mohlfeld und Gerd Jülke vor dem Bagger für die Rotbuchenpflanzung
Foto: Knut Sierk

Daher werden die bereits relativ großen Bäume mithilfe einer speziellen am Baggerarm angebrachten Pflanzgabel gepflanzt. Der Bagger drückt die Pflanzgabel in den Boden, zieht leicht und öffnet so ein Pflanzloch. Der junge Baum wird von einem Pflanzer in das Loch gestellt und festgehalten, abschließend drückt der Bagger den Boden fest.

„Die Vorteile des Baggerpflanzverfahrens sind, dass das gut ausgebildete, große Wurzelwerk der jungen Pflanzen optimal in den Boden kommt. Außerdem kann die Pflanzgabel die hier sehr hoch anstehende, extrem feste Ortsteinschicht im Oberboden durchstechen und auflockern. So hat der junge Baum bessere Startchancen und muss diese Schicht nicht selbst durchwurzeln, sofern das überhaupt möglich wäre. Nicht zuletzt haben die Buchen einen Wuchsvorsprung vor den wieder frisch keimenden Heidelbeeren und höheren Schutz vor dem Verbiss durch Reh- und Damwild“, erläutert Jülke das Verfahren.

Quelle: NLF