Holzverkauf und Holzpreise

Kaniber: Mit regionaler Holzverwendung heimische Märkte stärken

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber will gemeinsam mit Waldbesitzern, Zimmerern und Sägern regionale Lieferketten für den klimaneutralen Rohstoff Holz aufbauen und stärken. Dazu hat die Ministerin jetzt gemeinsam mit dem Cluster Forst und Holz in Bayern ein Pilotprojekt ins Leben gerufen.

„Dass die bayerische Sägeindustrie derzeit große Mengen an Schnittholz ins Ausland exportiert – vor allem in die USA und nach China – stellt gerade unsere kleineren Säge- und Zimmererbetriebe vor große Herausforderungen, ihre Lager sind nahezu leergefegt. Deshalb entwickeln wir jetzt gemeinsam mit allen Beteiligten im Allgäu und südöstlichen Oberbayern tragfähige und langfristige Konzepte für regionale Wertschöpfungsketten“, so die Ministerin bei einem Treffen mit Holzbau-Unternehmern im Chiemgau.

Ausreichend Rundholz

Das dafür notwendige Rundholz steht laut Kaniber in Bayerns Wäldern in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Über das Pilotprojekt erfreut, zeigte sich Martin Kollmeier, Obermeister der Zimmerer-Innung Traunstein. „Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, dann können wir unsere Kunden mit einem Holz der kurzen Wege versorgen“, so Kollmeier im Gespräch mit der Ministerin.

Die Versorgung der heimischen Bauwirtschaft dürfe der Ministerin zufolge nicht aus dem Auge verloren werden. Es müsse sichergestellt sein, dass die heimischen Holz-Verarbeiter auch künftig mit Holz versorgt werden, das in den bayerischen Wäldern klimaneutral und nachhaltig geerntet werde.

Borkenkäferholz verwenden

Dazu könnte künftig auch eine stärkere Verwendung von Borkenkäferholz einen Beitrag leisten, das für viele Waldbesitzer derzeit nur schwer zu vermarkten ist. Denn die oftmals bläuliche Verfärbung dieses Holzes hat keinerlei Auswirkungen auf seine Festigkeit. Im Gegenteil: Es kann vielseitig, zum Beispiel für tragende Konstruktionen, eingesetzt werden. Wie wichtig ihnen ein regionaler Rohstoffbezug ist, haben auch Herbert Koch jun. und sein Vater von der Holzbau Koch GmbH unterstrichen. „Regionalität und Nachhaltigkeit gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wir wollen nachhaltiges Holz aus der Region für die Region“, so die beiden Zimmerermeister unisono.

Politischer Rückhalt

Klimafreundliches Bauen mit Holz ist weltweit auf dem Vormarsch und sorgt seit Monaten für einen ungebrochen hohen Bedarf an gesägtem Bauholz. Damit können auch Forstbetriebe und Waldbesitzer nach einer langen Durststrecke langsam wieder auf höhere Preise für ihr frisches Holz aus dem Wald hoffen. Franz Wörndl, Inhaber der Wörndl Haus GmbH ist gespannt auf die künftige Zusammenarbeit. „Das Gespräch war sehr konstruktiv, jetzt sind wir an der Basis für die Umsetzung zuständig. Dabei gibt uns der politische Rückhalt die nötige Energie“, sagte Wörndl.

Quelle: BayStMELF