Forstbetrieb

Mit Künstlicher Intelligenz Wälder bewirtschaften

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Zukünftig soll Künstliche Intelligenz Försterinnen und Förstern dabei helfen, den Wald langfristig nachhaltig zu bewirtschaften.

Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall: Der Klimawandel bedroht die Wälder in Deutschland und stellt das Waldmanagement vor große Herausforderungen. Unterstützung kommt jetzt von einem gemeinsamen Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Baden-Württemberg und der EDI GmbH, einem Spin-off des KIT. Gemeinsam mit Partnern aus Forstwirtschaft und Forstwissenschaft entwickeln sie das Assistenzsystem EDE 4.0, das Försterinnen und Förstern mit Künstlicher Intelligenz (KI) dabei hilft, den Wald zu erhalten und ihn nachhaltig zu bewirtschaften.

Komplexes Waldökosystem

In Baden-Württemberg sind heute 43 % der Waldflächen geschädigt. Erkenntnisse aus der Wissenschaft können dabei helfen, gegenzusteuern und Waldökosysteme durch gezielte Maßnahmen widerstandsfähiger zu machen: Mischwälder u. a. mit Hainbuchen, Ahorn und Wildkirsche haben zwar eine bessere Anpassungsfähigkeit an klimatische Bedingungen, sind aber weniger ertragreich als Fichtenwälder. Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle.

Methoden der Künstlichen Intelligenz

Damit Försterinnen und Förster jeweils datenbasiert die optimale Entscheidung treffen können, entwickelt die EDI GmbH, ein auf intelligente Industriesoftware spezialisiertes Spin-off des KIT, ein cloudbasiertes Decision-Support-System, das mit Methoden Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet. Das interdisziplinäre Projekt EDE 4.0 (steht für: Erweiterte Dynamische Einschlagsplanung) läuft in enger Kooperation mit Partnern aus dem Waldmanagement und soll eine nachhaltige Forstwirtschaft unterstützen.

Mobile App soll helfen

Eine App soll später den Försterinnen und Förstern vor Ort Unterstützungshilfe leisten, sei es bei der Entscheidung, wo geerntet oder wo und wann gepflanzt werden soll. Zusätzlich soll die mobile App Erfolgsaussichten einer Pflanzung an einem definierten Standort mitteilen, erklärt Dr. Thomas Freudenmann, einer der Mitbegründer der EDI GmbH. Damit die Ergebnisse auch zielführend sind, müssen zunächst Daten aus ganz unterschiedlichen Bereichen miteinander verschnitten werden. Das sind etwa Daten zur mittelfristigen Klimaentwicklung, die vom Deutschen Wetterdienst und dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT bereitgestellt werden. Das Institut für Geographie und Geoökologie des KIT liefert spezifisch forstwissenschaftliche Daten, die Forstwirtschaft wiederum Informationen zum Marktumfeld. Nicht zuletzt berücksichtigt das Assistenzsystem aber auch das lokale Wissen der Försterinnen und Förster aus dem Forstrevier.

Infos zum Projekt EDE 4.0

Das Projekt EDE 4.0 ist Thema der dritten Folge der interaktiven Videoreihe „Sachen machen mit KI“. Zum Video

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Quelle: KIT (PM)/ Red.