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Mehr Bäume für den Klimaschutz pflanzen – warum nicht auch im eigenen Garten?

Mit Bäumen im Garten dem Klimawandel trotzen

Allerorten werden jetzt Bäume für das Klima gepflanzt und es wird deutschlandweit zu großen Baumpflanzaktionen aufgerufen. Was liegt da näher, als im eigenen Garten mit Bäumen dem Klimawandel zu trotzen? Schnell stellt sich dann die Frage nach der richtigen Baumart. Ein Baumexperte erklärt, worauf man bei der Garten-Pflanzaktion achten sollte und warum gute Beratung so wichtig ist.

Den Baumexperten Oliver Fink von der GartenBaumschule Becker in Bergisch Gladbach freut der aktuelle „Baumpflanzboom“. Doch rät er zur Umsicht: „Ich hoffe nur, dass nicht wahllos irgendwelche Bäume gepflanzt werden, sondern dass die jungen Setzlinge gut auf die Bedingungen des jeweiligen Standorts abgestimmt sind. Damit die Bäume eine reelle Anwachschance haben, sollten sie auch gute ‚Klimabäume‘ sein; die Bäume sollten mit den lokalen Folgen des Klimawandels gut klarkommen. Sie müssen Trockenheit, Hitze, generelle Wetterextreme aushalten und auch durch den Klimawandel eingeschleppte Krankheiten und Schädlinge überstehen können.“

Was ist bei der Vorbereitung zu beachten?

Vor allem für im Platz meist begrenzte Privatgärten sind gründliche Überlegungen vorab und eine sorgfältige Auswahl des passenden Baumes unabdingbar. Extremstandorte sind in Privatgärten zwar eher selten, aber auch hier sind die Folgen der Klimaveränderung spürbar und wirken sich auf alle Pflanzen aus. Andere Arten als bisher werden Einzug halten müssen; die Stieleiche z. B. kommt an zu trockenen Standorten nicht gut zurecht. Pflanzen wie die Kugelesche werden dagegen möglicherweise ein Comeback erleben. Seit langem schon sind Wissenschaftler und Fachleute der Baumschulen damit beschäftigt, Sorten zu suchen, die auch in Zukunft gut für Privatgärten geeignet sind. Dabei muss klar sein: Nicht alle der ursprünglich hier vorkommenden Sorten können sich schnell genug an die veränderten Klimabedingungen anpassen. Ihre Lebensräume werden sich daher in den nächsten Jahrzehnten vermutlich verschieben. Zum Teil ist diese Entwicklung schon jetzt zu beobachten, z. B. bei der Fichte.

Welcher Baum passt in welchen Garten?

Im Garten, vor allem wenn sich der Garten mitten in der Stadt befindet, muss ein einheimischer Baum nicht unbedingt die beste Wahl sein. Für die Auswahl der Pflanzen ist es wichtig, neben den Besonderheiten des einzelnen Gewächses auch mehr und mehr auf regionale Unterschiede zu achten. Eine deutschlandweite Betrachtung ist hier unmöglich, da es so viele verschiedene Standorte mit den unterschiedlichsten Bedingungen gibt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Amberbaum mit seiner prachtvollen Herbstfärbung. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, ist er inzwischen auch in Europa zuhause. Er liefert wertvolles Holz, kommt mit wärmeren Temperaturen, Trockenheit und auch Überflutungen zurecht und bietet einheimischen Insekten viel Nahrung. Im Gebiet rund um Köln ist der Amberbaum ein wunderbarer und sehr gesunder Baum, der wenige Ansprüche an seinen Standort stellt. Am Alpenrand hingegen sollte die Baumart nicht gepflanzt werden, da er erst spät das Laub abwirft. Bei dem häufig auftretenden frühen Schneefall im Süden Deutschlands brechen die Äste oft reihenweise ab, da sie die schwere Last nicht mehr tragen können.

Nicht ohne gute Beratung

„Gerade wenn Sie einen Baum pflanzen, an dem Sie lange Freude haben wollen, sollten Sie vorher unbedingt mit Fachleuten sprechen“, so Gärtnermeister Fink. „Diese kennen die neuesten Forschungsergebnisse und wissen in der Regel ganz genau, welcher Baum dem Klimawandel trotzt. Auch kennen sie sich bestens mit den örtlichen Wetter- und Bodenbedingungen aus. Sich einfach einen Baum aus dem Katalog auszusuchen, funktioniert in der Regel nicht.“

Red./Quelle: BdB

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