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Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa

Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa

Am 20./21. Oktober 2015 findet in Madrid die 7. Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (FOREST EUROPE) statt. Nachfolgend das Eingangsstatement von Bundesminister Christian Schmidt zur Pressekonferenz der FOREST EUROPE Tagung in Madrid:

Unsere Wälder haben eine unschätzbare Bedeutung für unser aller Leben. Der Wald ist nicht nur Erholungsort vieler Menschen und Lebensraum zahlreicher Pflanzen- und Tierarten. Der Wald ist auch Wirtschaftsfaktor und Garant für Klimaschutz in einem.
Er ist Quelle nachwachsender Rohstoffe, deren Nachfrage immer stärker wächst, Energieträger und vor allem Kohlenstoffspeicher.
Die gesteckten hohen Ziele zur CO2-Reduzierung in der Welt und in Europa werden wir nur mit Unterstützung der Wälder erreichen.
Mein Dank geht an die spanische Präsidentschaft und vor allem geht mein Dank an meine spanische Amtskollegin Isabel Garcia Tejerina. Mit der Einberufung dieser außerordentlich wichtigen Konferenz leistet Sie einen großen persönlichen Beitrag auf dem Weg zu einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und gemeinsamen Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen. Ich werde auch die neue Präsidentschaft der Slowakei nachhaltig dabei unterstützen. Deutschland wird sich weiter in die Verhandlungen für eine europäische Waldkonvention einbringen. Ich möchte daran festhalten, verbindliche Konventionen zu erzielen.
Wir vereinbaren und koordinieren hier heute, wie wir gemeinsam in der Umsetzung aktueller globaler Ziele des UN-Waldforums vom Mai 2015, der Agenda 2030 des UNO-Nachhaltigkeitsgipfels und – so hoffen wir – eines neuen Klimaabkommens im Dezember, vorangehen wollen. Wir greifen aber auch spezifische und aktuelle Themen auf, wie die Rolle des Forstsektors in einer biobasierten Wirtschaft und das Thema Schutz der Wälder, das vor dem Hintergrund des Klimawandels zusätzlich drängt. Aus deutscher Sicht sind drei Elemente Voraussetzung für einen gesunden und erfolgreichen Forstsektor: Erstens, eine nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft. Zweitens, förderliche Rahmenbedingungen für die Forstbetriebe und drittens, eine auf Ausgleich ausgerichtete Waldpolitik. Unsere Aufgabe ist es, eine Balance zwischen den teilweise widerstreitenden Herausforderungen der Gesellschaft zu finden. Wir müssen den Wald intelligent nutzen, wir dürfen ihn aber nicht verbrauchen.
Zu den förderlichen Rahmenbedingungen auf internationaler Ebene gehören für mich auch klare, einheitliche und rechtlich verbindliche Vereinbarungen und Standards nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Umso mehr bedaure ich, dass auf dieser Konferenz noch keine Einigung auf eine verbindliche regionale Konvention zu erzielen war. Ich hoffe aber, dass sich die Forest Europe-Signatarstaaten zu dieser Frage in naher Zukunft auf eine Lösung einigen werden, zumal zu den Fachinhalten (Multifunktionalität der Wälder, nachhaltige Waldbewirtschaftung, internationale Zusammenarbeit) weitestgehend bereits Einigung erzielt worden war.
Die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (FOREST EUROPE) ist eine Kooperation von 46  europäischen Ländern und der Europäischen Union und beschäftigt sich mit vordringlichen politisch und gesellschaftlich relevanten Fragen im Bereich Wald und Forstwirtschaft. Sie verabschiedet Empfehlungen, die dem Schutz der Wälder in Europa und ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung dienen.
BMEL

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