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Dr. Wolfgang Dertz

Ministerialdirigent a.D. Dr. Wolfgang Dertz 80 Jahre

Am 15. Mai vollendete der langjährige Leiter der Forstabteilung im Umweltministerium und Chef der Hessischen Landesforstverwaltung, Dr. Wolfgang Dertz, sein 80. Lebensjahr.

Kaum ein Forstmann seiner Ära hat in seinem Wirken so viele Akzente gesetzt und Themen besetzt wie er. In Frankfurt am Main geboren, studierte er an der Georg-August-Universität Göttingen Forstwissenschaften und schloss die Große Forstliche Staatsprüfung in Hessen 1965 ab. Seine berufliche Tätigkeit begann er am Lehrstuhl von Prof. Dr. Alfred Bonnemann. Die kluge Verzahnung zwischen der Lehrtätigkeit und praktischer Betriebsführung im Lehrforstamt Gahrenberg nutzte er zur Anfertigung seiner Dissertation über die „Möglichkeiten und Grenzen forstlicher Bewirtschaftung der Molkeböden“ im Reinhardswald.

Dr. Dertz im Forstdienst

Nach einer Dezernententätigkeit in der Forstabteilung des Regierungspräsidiums Kassel fand Dertz den Weg in den wunderschönen Rheingau, in dem er 15 Jahre das Forstamt Eltville leitete. Diese erfolgreiche Tätigkeit am Rhein verlieh ihm die Fähigkeiten, in allen wichtigen Feldern des Forstwesens zu glänzen: Waldbau mit Eiche, Buche, Douglasie, Verwirklichung der Zielstellungen von selbstbewussten großen kommunalen Waldeigentümern; die unendliche Dramaturgie zwischen Wald und Wild, der ausgleichende Umgang mit Freizeit- und Spaßansprüchen einer urbanen Bevölkerung aus der nahen Landeshauptstadt Wiesbaden und seiner nicht fernen Geburtsstadt Frankfurt. In dem waldreichen Rheingau entwickelte er in enger Partnerschaft mit den Städten und Kommunen eine eigenständige und selbstbewusste Forsthaltung. Sein forstlicher als auch kommunalpolitischer Stempel ist dort noch immer zu spüren.

Dertz wird Landesforstchef

1987 wechselte Dr. Dertz in das Büro der hessischen Forstministerin Irmgard Reichhardt, und 1989 wurde er Leiter der Forstabteilung und Chef der Hessischen Landesforstverwaltung. Schnell prägte er mit seinen Erfahrungen und Ansichten diese traditionsreiche Verwaltung: Alte Verkrustungen wurden beseitigt, ein moderner und zeitgemäßer Führungsstil gelebt, das verfahrensgläubige Verwalten hin zu ergebnisorientiertem Gestalten verändert. Darüber hinaus wurde das Primat fachlicher Qualifikation zum Kriterium wichtiger Personalentscheidungen kompromisslos angewendet. All dies kennzeichnet den Aufbruch, der mit ihm Einzug hielt. Er entwickelte systematisch und planvoll die forstliche Öffentlichkeitsarbeit. Sie wurde unter seiner Ägide ein selbstverständlicher Teil des Aufgabenspektrums einer öffentlichen Forstverwaltung. Er war aktiv als Autor und Herausgeber tätig und trat in verschiedenen Fernsehsendungen auf.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Aber auch durch seine langwährenden ehrenamtlichen Tätigkeiten als Vorsitzender der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung, der Stiftung Hessischer Jägerhof und insbesondere der Präsidentschaft im Deutschen Forstverein prägte er die Forstwirtschaft in Deutschland maßgeblich. Niemand besser als Dr. Wolfgang Dertz hätte 1990 die Wieder-Zusammenführung der Forstvereine in Ost und West und Nord und Süd bewerkstelligen können. Für die europäischen Partnerschaften engagierte er sich stark. Seine versierten Fremdsprachenkenntnisse ermöglichten einen intensiven Austausch mit dem Office National des Forêt Burgund und der Forestry Commission in Schottland. Aber auch für die Entwicklung der Forstwirtschaft in Estland setzte er Akzente.

Die Hessische Landesforstverwaltung freut sich mit Dr. Wolfgang Dertz, dass er sich auch im 80. Lebensjahr guter Gesundheit erfreuen darf und darüber, dass er das Forstwesen unermüdlich unterstützt, begleitet und fördert, so wie er es zeitlebens getan hat und hoffentlich noch weiter tun kann.

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 2006 belegt sichtbar die verdiente Anerkennung für diese Lebensleistung zum Wohle unseres Gemeinwesens.

Ich gratuliere Wolfgang Dertz im Namen der Hessischen Landesforstverwaltung auf das Allerherzlichste. Er hat eine Ära geprägt, in der sich ein Kulturwandel vollzog, der seine Handschrift trägt.

Carsten Wilke

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