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Millionen-Business FSC

Der Forest Stewardship Council ist in aller Munde. Sei es aufgrund umstrittener Waldbewirtschaftungs-Vorschriften (hessischer Staatswald) oder Ikeas Versprechen, bis 2020 ausschließlich FSC-zertifiziertes Holz zu verarbeiten. Weniger bekannt ist, dass sich der FSC seit seiner Gründung vor 25 Jahren zum weltumspannenden Millionenkonzern entwickelt hat.

Ende 2017 hat der FSC zum ersten Mal die Zahlen seiner Konzernmutter FSC A.C. mit Sitz in Oaxaca, Mexiko, angelehnt an die International Financial Reporting Standards (IFRS), veröffentlicht. Kombiniert mit den öffentlich zugänglichen Abschlüssen vergangener Jahre zeigt das interessante Entwicklungen. Kaum ein Unternehmen in der Holzbranche dürfte ein ähnliches Wachstum erreicht haben wie der FSC. Die konsolidierten Erlöse haben sich von 2006 (4,9 Mio. US-$) auf 2016 (31,9 Mio. US-$) mehr als versechsfacht. Fast im gleichen Ausmaß stieg der Aufwand (2006: 4,3 Mio. US-$, 2016: 29,6 Mio. US-$; ohne Zinsen, Abschreibung, Währungseffekte). Das ist keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass die FSC A.C. als Non-Profit-Verein keine Gewinne ausschütten darf.

Die Haupteinnahmequellen des FSC waren 2016 die Zertifikatsgebühren, ausgewiesen als „Annual Administration Fee“. Davon kommen nur 20 % aus dem Wald. 80 % zahlen die Chain-of-Custody-zertifizierten Unternehmen wie etwa Sägewerke. In Summe gelangten so 25,7 Mio. US-$ in die FSC-Kassen. Dazu kamen 4,3 Mio. US-$ über ASI, die Akkreditierungstochter des FSC. 1 Mio. US-$ verbuchte FSC an Spenden. „Ja, es gab Jahre mit deutlichen Überschüssen – das sind Reserven, die auch entsprechend zu versteuern sind. Das meiste Geld fließt aber als Investition ins System zurück“, teilt dazu der FSC International mit. „2016 machten wir aber einen kleineren Verlust von 178.000 US-$. 2017 erwarten wir ein ausgeglichenes Ergebnis.“

Die Erträge und Ausgaben von FSC 2016

Rund zwei Drittel seiner Einnahmen zahlt der FSC an Externe aus. 9,3 Mio. US-$ hat der FSC an Berater (7,7 Mio. US-$) und Externals (1,5 Mio. US-$) ausbezahlt. Auf Anfrage erklärt der FSC dazu, dass es bei den Externals um Mitarbeiter der jeweiligen FSC-Landesgesellschaften gehe, welche nicht direkt beim FSC angestellt sind. Die erheblichen Beratungskosten entstehen laut eigener Aussage des FSC im Zuge technischer Weiterentwicklungen (Wald-Satellitenüberwachung). Teure Berater brauchte der FSC auch bei den sogenannten „Policy for Association“-Beschwerden, wie etwa im Fall der Holzindustrie Schweighofer.

Zweitgrößter Posten in der Ausgabenaufstellung sind Lizenzen und Servicegebühren mit in Summe 6,5 Mio. US-$. Ein Drittel der Einnahmen verwendet der FSC für sich selbst, darunter fallen Personal- und Recruitingkosten (6,63 Mio. US-$). Dem Senior Management gewährte der FSC 2016 ein Gehalt von 948.000 US-$.

Was die FSC-Bilanz weiter verrät  …

Lesen Sie weiter im Artikel von Marko Hegelbrock auf www.holzkurier.com , was die Bilanz noch verrät:

  • Das Transparenzprojekt des FSC (OCP) könnte sich zum Millionengrab entwickeln.
  • Geldsorgen braucht der FSC keine zu haben.
  • PEFC International hat ein Budget von 5,5 Mio. US-$ – das ist ein Sechstel des FSC.

 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

holzkurier.com/Red.

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