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Milderung der ökonomischen Folgen des Eschensterbens?

Nach dem Ulmen- grassiert nun auch ein Eschensterben in Mitteleuropa. Seit Mitte der 1990er Jahren hat sich der dafür verantwortliche Pilz Chalara fraxinea vom Baltikum und von Skandinavien bis nach Frankreich ausgebreitet, in Deutschland ist insbesondere auch Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Um zumindest die ökonomischen Folgen einzudämmen, startet nun ein interdisziplinäres Verbundvorhaben der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Holzforschung (WKI) und dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger gefördert.

Projektziel ist die Entwicklung von Optionen, die es Waldbesitzern und der Holzindustrie ermöglichen, die vorgeschädigten Bäume trotz des Qualitätsverlustes noch wirtschaftlich zu nutzen. Hierfür werden neue Holzerntetechnologien und innovative Verfahren zur Holzverarbeitung erprobt. Darauf basierend soll eine Strategie für eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Bewirtschaftung, die auch Konzepte für eine Folgebestockung beinhaltet, für typische Eschenstandorte erarbeitet werden.

Das Eschensterben wird aus biologischer und waldbaulicher Sicht sowie aus Gründen der Biodiversität zunehmend zu einem Problem, zumal momentan keine Gegenmittel bekannt sind. Gleichzeitig gilt es, die wirtschaftlichen Einbußen für die Forst- und Holzwirtschaft möglichst zu begrenzen. Bislang war der Anbau der Esche fast ausschließlich auf die Erzeugung von Starkholz mit hoher Wertschöpfung ausgerichtet. Für die jetzt zwangsweise anfallenden Schwachholzsortimente existieren keine hochwertigen stofflichen Verwertungsmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass diese Sortimente häufig auf sensiblen Nass-Standorten anfallen, die nicht oder kaum befahrbar sind. Im Projekt sollen deshalb unter anderem auch innovative Erntetechnologien erprobt werden, die auch für weitere Baumarten wie zum Beispiel Erlen auf Moorstandorten einsetzbar wären.

Die Ernte des Holzes befallener Bäume lohnt sich häufig jedoch nur, wenn es Alternativen zu der bisherigen Holzverwendung gibt. Der Ansatz, den die Forscher verfolgen, nennt sich Scrimber-Technologie und wurde ursprünglich für Eukalyptus-Schwachholz entwickelt. Bei dieser Technik zerkleinern Walzen entrindete Stämme grob, die ineinandergreifenden Fasern bleiben in ihrer ursprünglichen Ausrichtung verbunden. Aus diesem Zwischenprodukt lassen sich Werkstoffe mit guten mechanisch-technologischen Eigenschaften pressen. Bislang wird in Deutschland kein „Scrimber-Wood“ hergestellt, die Forscher betreten hier Neuland.

FNR

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