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Michael Häsch †

Michael Häsch †

„Sie sind ein kompetenter Ansprechpartner mit großer Erfahrung und Weitblick“, so würdigte der damalige Forstminister Josef Miller den Waldbauern Michael Häsch aus Dietramszell bei der Verleihung der Staatsmedaille in Gold. Diese Auszeichnung des Berufstandes rundete die öffentliche Anerkennung durch das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und den Bayerischen Verdienstorden ab. Sie galt einem Land- und Forstwirt, der sich zeitlebens für den Wald und seine Belange eingesetzt hat, und bis ins hohe Alter beinahe täglich in seinem Wald tätig war. Er erkannte früh, welche Bedeutung das Einkommen aus der Waldbewirtschaftung für die Bauernhöfe hat. Dies versetzte ihn in die Lage, auch für den Berufsstand tätig zu sein.
Als langjähriger Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen (1975 bis 2000), als 1. Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberbayern (1979 bis 1991) und als 1. Vorsitzender des Bayerischen Waldbesitzerverbandes (1982 bis 1998). Er vertrat die Forstwirtschaft im Bayerischen Senat und war Präsidialmitglied des Deutschen Forstwirtschaftsrates. Durch seine langjährige Erfahrung als Bürgermeister von Dietramszell und sein offenes und gewinnendes Wesen gelang es ihm, die Waldbesitzer zu vereinen und deren Bedeutung zu stärken. Die Aus- und Fortbildung der Waldbesitzer hat er als 1. Vorsitzender des Vereins Bayerische Waldbauernschule befördert und mit der Gründung des Vereins für Forstliche Standortserkundung in Bayern schuf er eine richtungsweisende Grundlage für die Zukunft unserer Wälder.
Er war Vorsitzender der ältesten bayerischen Waldbesitzervereinigung und half mit, ein flächendeckendes Netz dieser wichtigen Selbsthilfeeinrichtung in Bayern aufzubauen. Er war stets ein Sachwalter des Kommunalwaldes und pflegte einen engen Kontakt mit der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Die Säge- und holzverarbeitende Industrie hat er immer als wichtigen Partner gesehen und mit ihr Verbindung gehalten. Auf Herausforderungen wie das Waldsterben, die Jahrhundertstürme „Vivian“ und „Wiebke“ und die darauf folgende Käferkalamität, die Billigholzimporte aus Osteuropa reagierte er stets besonnen und trug damit dazu bei, dass der Waldbesitz in Bayern sogar gestärkt aus diesen Schwierigkeiten hervorging.
Michael Häsch war ein nobler Mensch, ein hervorragender Waldbauer und ein guter Dienstherr. Er hat sich um die Forstwirtschaft verdient gemacht. 
Bayer. Waldbesitzerverband e.V.

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