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Messende Säge

Messende Säge

Schon als Bub war Johannes Meier mit seinem Vater im Holz. Und wie sollte es anders sein: der Landwirtssohn machte sich nützlich und nahm Maß, bevor sein Vater die Stämme mit der Motorsäge zuschnitt. Dass er sich einmal daran machen würde, den Zeitaufwand für das Messen und Sägen fast zu halbieren, daran hat er bis in den Herbst des vergangenen Jahres nicht gedacht. Da kam der inzwischen 18-Jährige auf die Idee, dass man das Abmessen der Stämme in das Arbeitsgerät integrieren könnte. Im November 2015 begann er seine Recherchen für die messende Säge. Im Februar 2016 war die erste „Measure Saw“ betriebsbereit und die Patentanmeldung für die Messvorrichtung eingereicht. Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ wurde er damit dieses Jahr Vize-Bundessieger in der Kategorie Arbeitswelt. Dazu kam ein mit 1 000 € dotierter Sonderpreis für Azubis.Die Messvorrichtung ermöglicht es, die Länge der gefällten Bäume ohne Hilfsmittel wie Maßstab oder Maßband zu ermitteln. Dafür wird die Motorsäge mit der Schienenspitze auf den Stamm gestellt, der dann mit der rollenden Sägekette im Freilauf abgefahren wird, um bei der gewünschten Holzlänge die Kappmarkierung anzubringen. Auf einem Display, welches Meier in der Luftfilterabdeckung der Säge integriert hat, lässt sich dabei die zurückgelegte Länge auf zwei Zentimeter genau ablesen. Das Prinzip entspricht dem des Fahrradtachometers: Am Kettenantriebsrad brachte Meier in gleichmäßigen Abständen sieben kleine Magnete an. Die rollende Kette dreht das Rad und die Magneten bewegen sich an einen Sensor vorbei. Aus den magnetischen Impulsen errechnet sich dann die zurückgelegte Strecke. Mit Energie versorgt wird die Messvorrichtung von einer simplen Blockbatterie.Meier lernt bei der Pfleiderer GmbH in Neumarkt Oberpfalz den Beruf Elektriker für Betriebstechnik. Er ist bereits der sechste Auszubildende des Betriebes, der bei „Jugend forscht“ erfolgreich ist.

Christine Riel-Sommer

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