ABO
Die Menschen vor Ort nicht vergessen

Die Menschen vor Ort nicht vergessen

„Wenn es darum geht unseren Planeten und seine einmalige Natur in all ihrer Vielfalt zu bewahren, müssen wir die Menschen vor Ort einbinden. Sie sind der Schlüssel für die Umsetzung nachhaltiger Programme zum Schutz der Biodiversität. Was wir uns in Nagoya nicht leisten können, sind Instrumente welche die sozialen und ökonomischen Bedürfnisse der Menschen vor Ort vernachlässigen. Die Bewahrung und Förderung der Biologischen Vielfalt muss in das Nachhaltigkeitsprinzip mit seinen gleichberechtigten drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales eingebunden sein. Gerade bei einem für uns alle so wichtigen Thema darf es keine Gewinner und Verlierer geben. Voraussetzung dafür ist eine umfassende und ideologiefreie Diskussion aller Aspekte. Die nachhaltige Nutzung, nicht klassischer Protektionismus, sorgt für effiziente Umsetzung der für uns alle lebenswichtigen Ziele.“ sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW) im Rahmen der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Nagoya.
Am dritten Konferenztag sprach Freiherr zu Guttenberg in seiner Funktion als Präsident der AGDW, als Sprecher für die Internationale Allianz für Familienforstwirtschaft (IFFA) und in Zusammenarbeit mit der „Locally Controlled Forestry“ für eine Milliarde Menschen vor Delegierten aus über 190 Ländern zum Thema Nachhaltige Forstwirtschaft. Dieses Bewirtschaftungskonzept verbindet die in Nagoya im Fokus stehende Erhaltung und Förderung der Arten und Lebensräume mit den ebenso wichtigen Funktionen des Waldes für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels und als bedeutender Wirtschaftsfaktor der ländlichen Räume.
Die Nachhaltige Forstwirtschaft muss somit als Überbau für ausgewogene Programme und Maßnahmen dienen. Gute Ansätze werden dabei auch im Rahmen der Konferenz in Nagoya mit Schwerpunkten zu „Biodiversität und Klimawandel“, sowie „Biodiversität und Business“ aufgegriffen. Dabei kann es für den Erfolg und Akzeptanz der Programme nur hilfreich sein, alle den Wald und den ländlichen Raum betreffenden Politikbereiche durch eine stringente Strategie aufeinander abzustimmen. Volkswirtschaftliche Gesamtanalysen sollten dabei ebenso eine wichtige Rolle spielen wie die Überprüfung der globalen wie regionalen Effektivität von Schutzmaßnahmen. Dass eine Verknüpfung mehrerer Waldfunktionen im Zuge der Nachhaltigen Forstwirtschaft möglich ist, wird in Deutschland durch Fakten belegt: Als einziger Lebensraum konnte sich der Wald nach Angaben der Bundesregierung beim Indikator für Artenvielfalt positiv entwickeln. Gleichzeitig stiegen die Kohlenstoffvorräte im Wald jährlich um 4,7 Millionen Tonnen. Parallel konnte die nachhaltige Nutzung des ökologischen Rohstoffes Holz, und somit beispielsweise auch die Holzbauquote, effektiv gesteigert werden.
Die Ziele zur Erhaltung und Förderung der Biologischen Vielfalt können nur durch die Einbindung und Unterstützung der Menschen vor Ort erreicht werden. Durch ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den lokalen Bedingungen können sie entscheidend dazu beitragen, dass die mit den Zielen verbundenen Maßnahmen effektiv und effizient umgesetzt werden.
AGDW

Auch interessant

von