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Mehr Holz aus dem Schweizer Wald

Mehr Holz aus dem Schweizer Wald

Im Jahr 2014 wurde im Schweizer Wald 3 % mehr Holz geerntet, weil im Inland auch mehr Holz verarbeitet und verwendet wurde.
Die Gesamtnutzungsmenge erhöhte sich leicht auf 4.9 Mio. m³. Gleichzeitig hat sich aber die wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe nicht verbessert. Dies geht aus der Forststatistik sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz 2014 der Bundesämter für Umwelt BAFU und für Statistik BFS hervor.
Wie im Jahr zuvor wurde auch 2014 mehr Schweizer Holz genutzt. Der Anstieg betrug rund 135.000 m³ oder +3 % (total 4.91 Mio. m³). Grund dafür ist hauptsächlich die gestiegene Nachfrage nach dem mengen- und ertragsmäßig wichtigsten Sortiment, dem Stammholz (+106.000 m³ bzw. +4 %). Diese Zunahme spiegelt sich auch bei den Schweizer Sägereien wider, wo mehr Holz eingeschnitten wurde (+7 %). Der Laubholzanteil nahm zwar um 19 % zu, bleibt aber bezüglich der Gesamternte weiterhin gering. Das Potenzial für Laubholz ist noch längst nicht ausgeschöpft; allerdings sind hier noch schwierige technische und ökonomische Herausforderungen zu meistern. Auch das Industrieholz hat zur stärkeren Holznutzung beigetragen: Mit rund 525.000 m³ wurde ein Plus von 8 % (+37.000 m³) im Vergleich zu 2013 erreicht. Die Nutzungsmenge an Energieholz stagnierte hingegen bei 1,8 Mio. m³. Dies ist hauptsächlich auf den milden Winter 2013/2014 zurückzuführen.
Mit rund 972.000 m³ (+4 %) verzeichnete der Kanton Bern die höchste Erntemenge, gefolgt von den Kantonen Waadt (479.000 m³, +3 %) und Graubünden (405.000 m³, -6 %). Während in Wäldern von öffentlich-rechtlichen Waldeigentümern wie Gemeinden und Korporationen die Holzernte konstant blieb, verzeichnete der Privatwald ein kräftiges Plus von rund 7 %.
 
Keine Trendwende bei der Wirtschaftlichkeit
Das Gesamtergebnis der Schweizer Forstbetriebe hat sich mit einer Unterdeckung von rund 50 Mio. CHF im Jahr 2014 wieder verschlechtert. Leicht höheren Holzerlösen standen höhere Kosten in der Holzernte und tiefere Erlöse bei der Produktion von Sachgütern, wie z.B. Stückholz und Hackschnitzel gegenüber. Gemäß dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz resultierte 2014 für die Schweizer Waldbesitzer bei der Holzernte ein Verlust von durchschnittlich 8 CHF pro Kubikmeter Holz.
Getrübte Aussichten
Gemäß der Waldpolitik 2020 soll das Nutzungspotenzial der einheimischen und erneuerbaren Ressource Holz nachhaltig ausgeschöpft werden. Der leichte Aufschwung von 2013 und 2014 wird 2015 infolge der Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze von Mitte Januar höchstwahrscheinlich gestoppt. Aufgrund der günstigeren Importe und dem gleichzeitig deutlich schwierigeren Export sind die Holzpreise in der Schweiz um etwa 15 % gesunken. Dies wird sich negativ auf die Ernte und die Einnahmen der Schweizer Forstbetriebe und Waldbesitzer auswirken.
Um die Nachfrage anzukurbeln, will die Wald- und Holzwirtschaft potenzielle Käufer für Holz aus dem Schweizer Wald sensibilisieren. Erste Schritte dazu sollen an der Schweizer Forstmesse vom 20. bis 23. August 2015 in Luzern präsentiert werden.
Bundesamt für Umwelt BAFU/Bundesamt für Statistik

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