Holztransport

Mehr Holz auf die Schiene

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Am 23. Juni gab es auf dem digitalen KWF-Kongress einen Themenblock zur Logistik. Hier gibt es zusammengefasst die wichtigsten Erkenntnisse für den Rundholztransport. Lukas Freise, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholz AGR, stellte die Aktivitäten des Verbands vor, um mehr Holz auf die Schiene zu bringen.

1929 umfasste das deutsche Schienennetz 54.000 km, so Freise. Die damalige Deutsche Reichsbahn habe 12 % der Weltwirtschaft abgewickelt. Heute – Deutschland ist um einiges kleiner – sind es 38.000 km. Streckenmäßig hat sich also nichts getan, außer der Stilllegung von Strecken. Wirtschaftlich sei die Bahn kaum noch konkurrenzfähig, so Freise.

Teufelskreis

Alle politischen Parteien wollen jedoch mehr Güter auf die Schiene bringen. Dieses Vorhaben werde jedoch durch einen Teufelskreis der Unwirtschaftlichkeit verhindert. Und der geht so:

1. Fehlende Kostendeckung für Verladebahnhöfe

2. Bahnhöfe werden geschlossen

3. Bahntransport verliert an Attraktivität

4. Holzindustrie gibt Gleisanschlüsse auf

1. Fehlende Kostendeckung …

Eine Umfrage unter 68 Unternehmen der Holzindustrie ergab, dass seit 1993 80 % der Gleisanschlüsse in diesen Unternehmen rückgebaut worden sind. 62 % sagen auf der anderen Seite, sie würden den Schienentransport gerne ausweiten.

Hemmnisse und Positives

Hemmnisse für einen Gleisausbau in den Unternehmen sind die Bau- und Unterhaltskosten, aber wichtiger noch die Zuverlässigkeit des Bahntransports und die Bedienfrequenz der Bahn.

Positive Trends sieht Freise in der Verlängerung der Bahnanschlussförderung für Unternehmen, der Anpassung des §13 Eisenbahngesetz, der den Anschluss an andere Eisenbahnen regelt, sowie die von zahlreichen Verkehrs- und Wirtschaftsverbänden ins Leben gerufene Gleisanschluss-Charta, die Gleisanschlüsse in der Wirtschaft fördern soll.

Technologisch helfen automatische, digitale Kupplungen, den Bahntransport flexibler zu machen. Dazu kommen Lösungen in der Sensorik, Telematik und im Flottenmanagement. Für die Beladung von Rundholzwaggons brauche man mittlerweile keinen Bahnhof mehr, es reiche ein Stück gerade Strecke. Auch das führt zu einer Flexibilisierung des Bahntransports für Rundholz. Und schließlich lassen sich mit multimodalen Transporteinheiten verschiedene Güte auf unterschiedlichen Verkehrsmitteln transportieren.

Das ist wichtig

Um einen effizienten Bahnverkehr zu gewährleisten, müssen aber zunächst einmal die Ein- und Verkaufsradien auf über 200 km ausgeweitet werden, so Freise. Verkaufsverhandlungen müssen überregional stattfinden, fordert er. Dazu müsse es Zuschussförderungen für dezentrale Verladestationen für den Kalamitätsfall geben. Und besonders im Einzelwagenverkehr sei eine Vernetzung mit regionalen Transportlösungen für Holz und Nichtholzprodukte wichtig.

Neben all dem sei eine konsequente Nachwuchsarbeit nötig, fordert Freise, denn: „Der Fahrermangel lässt sich nicht wegdigitalisieren!“

Marc Kubatta-Große