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Medialer Werkzeugkoffer für die Kommunikation im Forst

Zweieinhalb Jahre lang arbeitete der Projektverbund KomSilva an praktikablen Instrumenten und Konzepten für die Kommunikation von Beratern forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse sowie für die Öffentlichkeitsarbeit im Forst. Das Vorhaben wurde zwischen 2017 und 2020 aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Die Projektbeteiligten aus dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF), aus dem Cluster Forst und Holz in Bayern, der Technischen Universität München und dem Beratungsunternehmen Unique forestry and land use erarbeiteten einen teils digitalen, teils analogen „Werkzeugkoffer“ mit großer Material- und Produktfülle. Mit einem Leitfaden, Podcasts und Co. soll Fostakteuren die Waldbesitzeransprache und Öffentlichkeitsarbeit erleichtert werden. 

Nachschlagewerk als roter Faden

Kernstück ist der als Schulungsinstrument für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse konzipierte KomSilva-Leitfaden „Waldbesitzeransprache und forstliche Öffentlichkeitsarbeit“. Die als Print- und Online-Format aufgelegte 140-seitige Koproduktion aller vier Verbundpartner dient als roter Faden für die forstliche Öffentlichkeitsarbeit. Neben Erklärungen und Musterdokumenten etwa zur Außendarstellung, zur Arbeit mit der Presse, zu Fotografie und Bildgestaltung widmet sich der Leitfaden auch der Ansprache privater und öffentlicher Waldbesitzer als potenzielle Mitwirkende in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Ergänzt wird der Leitfaden durch ein Pressehandbuch mit 28 Muster-Pressemitteilungen.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung in Videos dargestellt

Fundamentaler Bestandteil des „Werkzeugkastens“ sind zudem acht 360-Grad-Videos über die private Waldbewirtschaftung und Holznutzung. Die in Brandenburg und im Schwarzwald produzierten Kurzfilme können mit Cardboard oder Virtual-Reality-Headset betrachtet und auf Veranstaltungen oder zur Beratung von Waldbesitzern eingesetzt werden. Zudem entstanden eine Online-Live-Schulung zur Nutzung neuer Medien, eine mehrteilige Video-Schulung zum „Fotografieren im Forstbereich“ und 16 zur individuellen Weiterbildung geeignete Podcasts rund um die Forstkommunikation, u. a. zur Nutzung von Instagram. Daneben wurde die Social-Media-Initiative „Waldlust – unser Wald in Brandenburg“ ins Leben gerufen und die Webseite info-privatwald.de zum Informationsdienst für Waldbesitzende umgestaltet. Beide Dienste werden über das Projekt hinaus weitergeführt.

Konzept-Idee: Wald-Klima-Klasse

Zu den analogen Bestandteilen des Werkzeugkastens gehören neben Veranstaltungshandbuch, Messestand und Miniaturausstellung „Waldschaufenster“, neben Infoflyern, Postkarten oder Geschäftspapieren auch Konzepte und Vorlagen. Konzipiert wurde beispielsweise die Wald-Klima-Klasse – ein Angebot an alle Jahrgangsstufen 5, unter Forst-Anleitung eine feststehende Waldfläche bis zum Schulabschluss jeweils im Frühjahr und im Herbst zu pflegen. Die Ergebnisse werden in Lokalpresse, Schülerzeitungen oder Jahresschriften veröffentlicht. Weitere Konzepte widmen sich dem Erben und Vererben von Wald oder dem Sichtbarmachen und der Wertschätzung des Waldbesitzers, etwa durch „Wald-Gastraum“-Schilder.

Die Schulungsmaterialien, Filme, Arbeitshilfen und Werbemittel richten sich an alle Waldbesitzer und Förster. Auch staatliche Berater der Waldbesitzer, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, Forst-Dienstleister, Berufsverbände, Ministerien, Landesanstalten und Bildungseinrichtungen werden angesprochen. Die KomSilva-Instrumente stehen kostenfrei auf der Webseite bereit.

 

Hintergrund:

Die Hälfte des Waldes in Deutschland liegt in privater Hand; etwa jeder zweite Privatwaldeigentümer besitzt weniger als 2 ha. Je kleiner die Waldflächen, desto seltener sind deren Besitzer organisiert und desto geringer deren Möglichkeiten zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Flächen. Zugleich sehen sich Forstbetriebsgemeinschaften, -verbände oder Forstwirtschaftliche Vereinigungen, die private Waldeigentümer mit Beratung und Dienstleistungen unterstützen, einer neuen Generation privater Waldbesitzer gegenüber. Forstliche Berater und Betreuer müssen sich kommunikativ einstellen auf Walderben oder -käufer aus nichtforstlichen Berufen, auf Städter mit bislang wenig Bezug zum Wald. Hier setzte das Verbundvorhaben KomSilva an. Das Projektteam untersuchte die Argumente und Vorbehalte zur Ansprache neuer Waldbesitzer. Für forstliche Berater und Betreuer wurden Empfehlungen abgeleitet.

Quelle: FNR

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