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Mecklenburg-Vorpommern: Zustand der Wälder wieder leicht verbessert

Mecklenburg-Vorpommern: Zustand der Wälder wieder leicht verbessert

„Der Gesundheitszustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert“, so Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus bei der Bekanntgabe der Waldzustandserhebung für das Jahr 2012. Wie in den Jahren zuvor wurde auch 2012 landesweit in einem 8-x-8-km-Netz der Kronenzustand von knapp 1.900 Bäumen begutachtet. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil der gesunden Bäume auf 36 % gestiegen, gleichzeitig war ein Rückgang bei Bäumen mit deutlichen Schädigungen auf 17 % festzustellen.
Der Waldzustand 2012 wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: durch die weitere Verbesserung des Kronenzustandes der Kiefer und durch die Regeneration fast aller Waldbäume nach einer starken Fruchtausbildung im Jahr 2011.
Dies trifft vor allem für die wichtigste Laubbaumart in Mecklenburg-Vorpommern, die Rotbuche zu. Ihr mittlerer Blattverlust verringerte sich um 6,2 % auf 19,5 %. Nährstoffe und damit Energie, die 2011 noch zur Ausbildung der vielen Bucheckern benötigt wurden, standen den Buchen im letzten Jahr wieder für eine dichtere Laubausbildung zur Verfügung. Die Buche wird mit Waldumbaumaßnahmen besonders gefördert. Jedes Jahr werden in Mecklenburg-Vorpommern rund 1.000 ha Wald umgebaut, das heißt, nicht standortgerechte Nadelbaumbestände (insbesondere Kiefer und Fichte) werden durch naturnahe Mischwälder ersetzt.
Seit 1996 erweist sich die Kiefer, die aktuell mit 39,5 % den größten Teil der bestockten Fläche einnimmt, als sehr robuste Baumart. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der mittlere Nadelverlust geringfügig um 0,7 % auf 17,9 %.
Der gleiche Wert verbesserte sich bei Fichten und sonstigen Nadelbäume (Douglasien, Tannen, Lärchen) auf 16,9 % (-2,6 %) bzw. 14,4 % (-1,9 %).
Mit 21,8 % blieb der mittlere Blattverlust der Eichen wie im Vorjahr auf einem hohen Niveau. Der langjährige Trend insbesondere bei älteren Eichen zeigt alle Aspekte eines latent vorhandenen Eichensterbens. Dies dürfte eine Reaktion auf die klimatischen Stress-Ereignisse der letzten 20 Jahre sein.
Bei den sonstigen Laubbäumen (u.a. Erle, Birke, Esche) verschlechterte sich dieser Wert leicht auf 18,9 % (+1,7 %). Das Ergebnis wird maßgeblich durch das seit Jahren massiv auftretende Eschentriebsterben bestimmt.
Die Vielzahl der Umweltfaktoren, die auf die Wälder wirken und zu einer permanenten Veränderung des Waldzustandes führen, sind im Wesentlichen Stoffeinträge, biotische Schäden sowie Witterung und Klima. Insgesamt haben die Schadstoffeinträge aus der Luft seit Beginn der 1990er Jahre abgenommen. Dazu hat besonders die starke Reduzierung der Schwefeleinträge beigetragen. Doch die Stickstoffeinträge liegen noch über der ökologischen Belastungsgrenze vieler Waldstandorte.
„Weitere Anstrengungen zur Reduzierung dieser Einträge müssen unternommen werden“, forderte Dr. Backhaus und erläuterte: „Um den Folgen des Klimawandels zu begegnen, arbeiten wir intensiv an Anpassungsstrategien. Oberstes Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der Wälder nachhaltig und in ganzer Breite zu erhalten.“
 
LU Mecklenburg-Vorpommern

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