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Mecklenburg-Vorpommern: Viel erreicht für heimische Buchenwälder

Mecklenburg-Vorpommern: Viel erreicht für heimische Buchenwälder

In seiner Festrede anlässlich der Anerkennung von fünf deutschen Buchenwaldgebieten als UNESCO Weltnaturerbe betonte Umweltminister Dr. Till Backhaus am 4. Juli 2011 im Schloß Hohenzieritz:
„Mecklenburg-Vorpommern ist als einziges Bundesland mit zwei Gebieten vertreten – den Buchenwäldern im Teilgebiet Serrahn des Müritz-Nationalparks und Buchenwäldern im Nationalpark Jasmund. (…) Eine Einschreibung in die Welterbeliste stellt eine der größten Auszeichnungen dar, die eine Kultur- und/oder Naturstätte erringen kann. Unsere beiden Buchenwaldgebiete gehören nun zu den weltweit 211 Weltnaturerbestätten, die das globale Naturerbe der gesamten Menschheit repräsentieren. Sie stehen in einer Reihe mit so grandiosen Naturerscheinungen wie dem Grand Canyon in den USA oder der Serengeti in Tansania. Die Anerkennung unserer Buchenwälder als Weltnaturerbe stellt eine Sternstunde des Naturschutzes dar. Für mich ist das einer der größten Erfolge in der zurückliegenden Legislaturperiode.“

Aber nicht nur in diesen zwei Weltnaturerbegebieten hat Mecklenburg-Vorpommern viel für den Schutz der heimischen Buchenwälder erreicht.

Die Buchenwaldfläche im Land hat sich durch die zielgerichtete Förderung dieser Baumart im Rahmen der durch die Landesforstanstalt praktizierten naturnahen Forstwirtschaft von 54000 ha 1990 bis heute auf 64000 ha vergrößert. 27000 ha Waldfläche (5,3 %) werden im Land nicht mehr forstlich genutzt und können sich langfristig überwiegend zu natürlichen Buchenwäldern entwickeln.

Für das Land Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere für die beiden betroffenen Regionen eröffnet die Anerkennung als Weltnaturerbe neue Möglichkeiten für die Außendarstellung und die Tourismuswerbung.

In diesem Zusammenhang ging der Minister auf Befürchtungen der Bürger insbesondere von Rügen ein und betonte: „Mit der Welterbeeinschreibung sind keine zusätzlichen Naturschutzauflagen für die Bevölkerung in den Gebieten verbunden. Die hohen Standards eines deutschen Nationalparks waren die Voraussetzung für eine Anerkennung als Welterbe.“

Die nun zu erfüllenden Aufgaben skizzierte der Minister wie folgt:

•  Beschilderung der Gebiete, beginnend an den Autobahnen bis hin zur konkreten Beschilderung den Außengrenzen der Gebiete.
•  Entwicklung eines gemeinsamen Logos mit den Partnern in der Ukraine, Slowakei und den anderen Bundesländern.
• Erarbeitung von Informationsmaterial von den Nationalpark-Verwaltungen gemeinsam mit den Kommunen und Landkreisen sowie den Tourismusakteuren vor Ort.
•  Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit den Partnern in der Ukraine und der Slowakei zur Umsetzung der Managementpläne.
•  Sicherung der ungestörten natürliche Waldentwicklung in den Welterbegebieten und darüber hinaus.
•  Optimierung der Besucherlenkung und gezielte Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit auf das Thema Welterbe.
•  Verstärkung der trilateralen Zusammenarbeit, u.a. Austausch von Mitarbeitern der Schutzgebietsverwaltungen, Studienaufenthalte und Praktikumsmöglichkeiten für junge Leute.

„Mit der Anerkennung hat das Welterbekomitee Deutschland den Auftrag erteilt, die Geschichte der europäischen Buchenwaldausbreitung in ihrer Gesamtheit zu erzählen. Wir werden deshalb in einem  weiteren Schritt, die europäischen Buchenwaldländer mit noch vorhandenen Buchenurwaldresten, wie Rumänien und Bulgarien, die sich noch nicht mit dem Thema Welterbe beschäftigt haben, mit ins Boot holen. Damit soll eine nochmalige Erweiterung der bestehenden Weltnaturerbestätte zu einer gesamteuropäischen vollzogen werden. Erst wenn wir das erreicht haben, ist das europäische Weltnaturerbe Buchenwald in einer Stätte vollständig repräsentiert und auch in dieser Hinsicht weltweit einmalig“, so der Minister abschließend.  

LU MV

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