Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Mecklenburg-Vorpommern startet in das Jahr der Wälder

Anlässlich des Internationalen Jahres der Wälder hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus am 22. Februar auf der Landespressekonferenz die große Bedeutung und die Leistungen des Waldes für die Gesellschaft hervorgehoben.

„Viele Funktionen des Waldes werden so selbstverständlich genutzt, dass sie in der Öffentlichkeit kaum mehr Beachtung finden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seit seiner Gründung über eine halbe Milliarde Euro für den Schutz und die Entwicklung des Waldes und seiner Funktionen ausgegeben. Die damit erbrachten Leistungen umfassen ein Vielfaches dieses Wertes und sind oft finanziell kaum abbildbar“, erklärte der Minister.

Der Wald ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern. Die im Land angesiedelte Forst- und Holzwirtschaft trägt mit über 5 % zum Umsatz der Gesamtwirtschaft und mit etwa 13,4 % zum Umsatz des produzierenden Gewerbes bei. Sie ist mit rund 1,7 Mrd. € Umsatz vergleichbar mit dem Fahrzeugbau und deutlich umsatzstärker als zum Beispiel die Metallindustrie oder der Maschinenbau. „Bezogen auf das produzierende Gewerbe beträgt der Anteil der im Cluster Wald und Holz in Mecklenburg-Vorpommern sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mit über 11600 Personen erstaunliche 10,3 %“, so der Minister.

Die ökologischen Leistungen des Waldes reichen vom Erhalt kleinster Lebensräume seltener Pflanzen- und Tierarten über den Trinkwasserschutz bis hin zu seiner Funktion als Kohlenstoff-Speicher Die Ergebnisse der Waldfunktionenkartierung zeigen, dass weit über die Hälfte (57,6 %) aller Wälder Mecklenburg-Vorpommerns eine besondere Bedeutung für den Naturschutz haben. Mit 27,7 % ist der Anteil von Wäldern mit besonderer Funktion für den Boden- und Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls relativ hoch.

Wälder speichern und reinigen Wasser, sie puffern Niederschlagsspitzen ab und sorgen für das wertvollste Lebensmittel: sauberes Trinkwasser. Wald macht 17,4 % der für die Trinkwasserversorgung in Anspruch genommenen Landesfläche aus. Ein Drittel der gesamten Wasserentnahmemenge in Mecklenburg-Vorpommern wird jährlich aus Brunnen entnommen, die sich im Wald befinden.

Weiterhin trägt der nachhaltig bewirtschaftete Wald in besonderem Maße zum Klimaschutz bei. Durch das produzierte Holz können energieintensive Produkte und fossile Brennstoffe substituiert und damit CO2-Emissionen reduziert werden. In den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns werden jedes Jahr insgesamt rund 1,1 Mio. t Kohlenstoff allein durch den Holzzuwachs gespeichert. Bei einer jährlichen Holznutzung von 1,7 Mio. Fm im Gesamtwald des Landes werden 510000 t Kohlenstoff in Holzprodukten festgelegt oder zur Energieerzeugung genutzt. Dadurch werden rund 12 % der Gesamt-Kohlendioxid-Emissionen des Landes kompensiert.

Die soziale Komponente des Waldes wird hauptsächlich in seiner Rolle als Erholungs- und Bildungsort deutlich. Wald ist grundsätzlich frei und ohne Entgelt betretbar. Die Waldbesitzer erbringen somit kostenlose Leistungen für die Erholung der Menschen.

Um typische Waldlebensgemeinschaften zu schützen wird auf einem Teil der Waldfläche auf Bewirtschaftung verzichtet. Aktuell werden in Mecklenburg-Vorpommern fast 30000 ha Wald einer natürlichen Entwicklung überlassen. Das entspricht 5,5 % der Gesamtwaldfläche. Mit der Einstellung der Bewirtschaftung in weiteren Teilen der Nationalparke sowie der Umsetzung des Prozesses zum nationalen Naturerbe wird sich dieser Anteil in den kommenden Jahren noch deutlich erhöhen.

Neben zentralen Veranstaltungen zum Internationalen Jahr des Wälder gibt es weitere Veranstaltungen in den Forstämtern.

LU Mecklenburg-Vorpommern

Auch interessant

von