ABO

Mecklenburg-Vorpommern: Schutz der Moore ist eine Erfolgsgeschichte

Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, hat am 30. Mai im Schweriner Landtag die Renaturierung der Moore Mecklenburg-Vorpommerns als Erfolgsgeschichte bezeichnet.

„Moorschutz ist nicht Naturschutz-Romantik, sondern unsere Pflicht, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“, sagte er. Dabei müsse man jedoch differenziert vorgehen. Vor allem sei es nicht akzeptabel, die derzeitige landwirtschaftliche Nutzung auf trockengelegten Mooren komplett einzustellen. Die Politik sei gefordert, die Landwirte durch Anreize zur freiwilligen alternativen Bewirtschaftung einzuladen.

„Die Trockenlegung nahezu aller Moore in der Vergangenheit hat teils dramatische Folgen“, begründete Backhaus die Notwendigkeit des Moorschutzes durch Renaturierung. Trockengelegte Moore setzen sich stetig. In vielen Fällen sei der Boden schon um einen Meter und mehr abgesackt. Damit werden die Bodenfunktionen zerstört. Wasser, Kohlendioxid und Nährstoffe können nicht mehr gespeichert werden, was auch die Gewässer belastet. Allein in Mecklenburg-Vorpommern werden jährlich rund 6,2 Mio. t CO2-Äquivalente freigesetzt. Damit sei die Moordegradierung die größte Quelle für Treibhausgase in unserem Land.

Moore in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit fast 60 % der Moore landwirtschaftlich genutzt, etwa 21.000 ha als Acker und 144.000 ha als Dauergrünland. Das Landwirtschaftsministerium belohnt eine schonende Grünlandnutzung nach der Extensivierungs-Richtlinie mit bis zu 220 €/ha.

Aber auch die wieder vernässten Moor-Flächen können landwirtschaftlich genutzt werden. Mit der im Dezember 2017 vorgestellten Fachstrategie Paludikultur will Mecklenburg-Vorpommern die Entwicklung von Bewirtschaftungsformen nasser Flächen vorantreiben. Allerdings sind solche Flächen derzeit nicht beihilfefähig, also von den EU-Direktzahlungen für landwirtschaftlich genutzte Flächen ausgeschlossen. „Ich habe mich in den Koalitionsverhandlungen in Berlin dafür eingesetzt, dass derartige Flächen beihilfefähig werden oder anderweitig finanziell unterstützt werden“, sagte der Minister. Die Bundesregierung werde dies prüfen.

Das erste Moorschutz-Konzept

Dr. Backhaus würdigte Mecklenburg-Vorpommern als Vorreiter im Moorschutz. Im Jahr 2000 hat Mecklenburg-Vorpommern das erste Moorschutz-Konzept vorgelegt, das 2009 weiterentwickelt wurde. Seit 1992 wurden in Mecklenburg Vorpommern insgesamt 30.382 ha Moore wieder vernässt oder in ihrem Zustand verbessert. Das sind rund 10 % der Moore und damit rund 1 % der Landesfläche. Dadurch konnten jedes Jahr mehr als 300.000 t Kohlenstoff-Äquivalente reduziert werden. Minister Backhaus begrüßte, dass nun auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung die Erarbeitung einer Moorschutzstrategie steht und noch in dieser Legislaturperiode erste Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Finanzierung von Moorschutzprojekten

Zur Unterstützung der Finanzierung von Moorschutzprojekten hat Mecklenburg-Vorpommern die MoorFutures entwickelt. Ein MoorFutures-Anteil kostet 35 € und steht für die Emissionsminderung von 1 t Kohlendioxid. Mit dem Verkauf der MoorFutures-Anteile werden die Renaturierung der Moore und das Monitoring der Klimawirkung finanziert.

LU Mecklenburg-Vorpommern

Auch interessant

von