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Waldmoore machen 14 % der Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern aus (Symbolbild).

Mecklenburg-Vorpommern: Moorschutz im Wald – eine Bilanz

Rund 74.000 ha der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern sind Moore, ca. 30 % davon sind noch natürlich intakt, also nicht oder nur gering entwässert. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern hat seit dem Jahr 2011 mehr als 700 ha Waldmoore wiedervernässt.

Waldmoore – feucht-kühle, sonnendurchflutete Waldstücke, eingerahmt von seltenen Libellen- und Schmetterlingsarten und Pflanzen wie Sonnentau und Moosbeeren. So idyllisch sieht es in vielen Waldmooren aus. Etwa 14 % der Waldfläche Mecklenburg-Vorpommerns sind Moore, also organische Nassstandorte. 70 % dieser einzigartigen Ökosysteme wurden aus unterschiedlichen Gründen in vergangenen Jahrzehnten entwässert und somit trockengelegt, was sie in ihrer natürlichen Funktion stark einschränkt und letzten Endes zerstört.

Die Folgen der Trockenlegung

Bei Wasserverlust kommt die organische Torfschicht mit Sauerstoff in Berührung, die Mineralisierung setzt ein und der Torf zersetzt sich. Hierbei kommt es zur Freisetzung großer Mengen Klimagase, hauptsächlich CO2 und Lachgas (N2O). Alle entwässerten Moore in Mecklenburg-Vorpommern setzen jährlich über 6 Mio. t CO2 frei. Waldmoore machen dabei einen Anteil von etwa 520.000 t aus.

Moorschutz im Wald – aktueller Stand und Ausblick

Der Minister für Landwirtschaft und Umweltschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat bereits im Jahr 2000 ein Moorschutzkonzept für das Land in Kraft gesetzt, das 2009 fortgeschrieben wurde. Auf dieser Grundlage wurden durch die Landesforst MV in den vergangenen 10 Jahren etwa 700 ha Waldmoore wiedervernässt. 500 ha konnten dabei über EU-Fördermittel umgesetzt werden und ca. 200 ha wurden über Kompensationsmaßnahmen realisiert.

Es ist geplant, in den kommenden Jahren weitere Waldmoore zu renaturieren. Der Vorstand der Landesforst MV, Manfred Baum, empfiehlt auch privaten und kommunalen Waldbesitzern, die Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung durch das Land zu nutzen – jeder Hektar zählt für den Klima- und Artenschutz, aber auch für die Wasserversorgung der Wälder, gerade in Trockenjahren.

Quelle: Landesforst MV/Red.

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