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Mecklenburg-Vorpommern: Landesforstbericht für den Zeitraum 2011 bis 2014 vorgelegt

Bei der Vorstellung des 6. Landesforstberichts vor der Landespressekonferenz in Schwerin informierte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, am 26. April über den Zustand der Wälder und die Aufgaben, Erfolge und Herausforderungen in der Forstwirtschaft.

Für den aktuellen Berichtszeitraum 2011 bis 2014 stellte der Minister fest: „Wir haben mehr Wald; wir haben einen gesunden, vorratsreichen Wald und mit mehr Laub- und Totholz auch einen naturnahen, ökologischen Wald. Auch wenn Mecklenburg-Vorpommern mit einer Waldfläche von rund 558.00 ha zu den waldarmen Bundesländern gehört, so wächst die Waldfläche seit 1990 kontinuierlich an.“ Die positive Entwicklung beruhe auf gezielten Erstaufforstungen sowie der natürlichen Neuwaldbildung. Von der Gesamtwaldfläche in Mecklenburg-Vorpommern seien 41 % Landeswald (230.100 ha), 40 % Privatwald (220.600 ha), 10 % Körperschaftswald (57.700 ha) und 9 % Bundeswald (49.700 ha).

„Auf über 9 % der Waldfläche des Landes findet keine Holznutzung statt. Damit hat Mecklenburg-Vorpommern bundesweit den höchsten Anteil an stillgelegten Wäldern. Hier kann sich das Ökosystem Wald nahezu ungestört entwickeln“, führte der Minister aus.
Besonders erfreut zeigte sich Dr. Backhaus über „das große gesellschaftliche Interesse an den Wäldern und ihrer Zukunft“. So sei in der vergangenen Woche unter der Zustimmung von über 30 Verbänden, Vereinen und Institutionen, darunter Wirtschafts-, Tourismus-, Umwelt- und Kulturverbände, das Landeswaldprogramm 2016 beschlossen worden. Das Papier lege die langfristigen Schwerpunkte der Forstpolitik aus Sicht der Verbände dar und fungiere als Empfehlung an die Landesregierung. „Die rege Beteiligung an diesem von meinem Ressort bereits 2004 angestoßenen, fortlaufenden Prozess ist Ausdruck der vielfältigen Schutz- und Nutzinteressen, die es unter einen Hut zu bringen gilt. Für mich bilden die im Rahmen intensiver Debatten wissensbasiert getroffenen Empfehlungen der Verbände eine maßgebliche Orientierung für die strategische Ausrichtung der Waldpolitik in Mecklenburg-Vorpommern.“
Forstwirtschaft als Schlüsselbranche im ländlichen Raum
Neben der Bedeutung des Waldes für das Klima, den Hochwasserschutz und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung – kürzlich gab der Minister den Startschuss zur 10. landesweiten Waldolympiade – unterstrich er die Forstwirtschaft als Schlüsselbranche im ländlichen Raum: Das Cluster Forst und Holz umfasste 2012 rund 2.450 Unternehmen mit etwa 14.340 Beschäftigen und einem jährlichen Umsatz von rund 1,5 Mrd. €. Der Gesamtholzeinschlag in Mecklenburg-Vorpommern lag im Jahr 2014 bei 2,072 Mio. m³. Dies entspricht einem Anteil von 3,8 % am Gesamtholzeinschlag Deutschlands. Der Holzeinschlag hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert; von 1,4 Mio. m³ (2003) auf 2,07 Mio. m³ (2014).
Doch auch der Naturschutz spiele in den Wäldern von Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Rolle: Von den 235 im Land ausgewiesenen Flora-Fauna-Habitat-Gebiete existieren in 207 Waldflächen. Auch von den 286 Naturschutzgebieten (91.600 ha) sind 105 Gebiete (30.000 ha) mit verschiedensten Waldformen bestockt. Hinzu kommen 36 Naturwaldreservate mit einer Waldfläche von etwa 1.550 ha. Auch gehören etwa 47.000 ha der Landesfläche in die Kategorie „Nationales Naturerbe“. Wälder, die sich auf diesen Flächen befinden, sind von der ökonomischen Nutzung ausgeschlossen. Und auch auf dem „internationalen Parkett“, so Dr. Backhaus, „finden die Naturschönheiten des Landes Anerkennung“. So befinden sich 2 der 15 Buchenwaldgebiete der UNESCO-Weltnaturerbestätte „Buchenwälder der Karpaten und alte Buchenwälder Deutschlands“ in MV, im Serrahner Teil (268 ha) des Müritz-Nationalparks und im Nationalpark Jasmund (493 ha).
Herausforderungen für die Forstwirtschaft
Als Herausforderungen für die Forstwirtschaft benannte Minister Dr. Backhaus unter anderem den Aufbau klimastabiler Wälder durch eine verbesserte Standorterkundung sowie die Bewältigung des Generationswechsels und den damit verbundenen Fachkräftemangel. „Es ist davon auszugehen, dass rund 50% aller Forstmitarbeiter in den kommenden 15 Jahren in den Ruhestand gehen. Hier tut sich künftig eine große Lücke auf, was Wissen und Erfahrung anbelangt. Hinzu kommt, dass die Spezialisierung in den Forstbetrieben weiter zu nimmt und auch die Anforderungen an höher qualifizierte Mitarbeiter immer größer werden. Unsere Aufgabe besteht deshalb darin, schnell effektive Strategien zu entwickeln, mit denen wir fähige Mitarbeiter gewinnen und dauerhaft halten können.“
Mit dem Forstbericht der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern wird der im Landeswaldgesetz (LWaldG) verankerte Auftrag erfüllt, den Landtag einmal in jeder Legislaturperiode über den Zustand der Wälder und die Lage der Forstwirtschaft zu informieren. Der erste Forstbericht wurde 1994 von der Landesregierung erstellt. Zusätzlich legte die Landesregierung dem Landtag von 1991 bis 2005 jährlich einen Waldzustandsbericht vor. Auf der Grundlage des 1. Deregulierungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern wurde die jährliche Berichtspflicht der Landesregierung gegenüber dem Parlament bezüglich des Waldzustands aufgehoben. Dennoch hat das Umweltministerium auch in diesem Jahr einen Waldzustandsbericht für 2015 vorgelegt.
LU Mecklenburg-Vorpommern

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