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Mecklenburg-Vorpommern entwickelt erste Kur- und Heilwälder in Deutschland

Mecklenburg-Vorpommern entwickelt erste Kur- und Heilwälder in Deutschland

Ein Baum ist mehr als ein Baum. Er ist eine Lebensgemeinschaft, Mythos, Gegenstand der Kunst und nicht zuletzt Lieferant des Rohstoffes Holz. Bäume sind als langlebige Wesen Zeugen der Geschichte, sie formen Landschaften, Alleen und sie sind eben auch Grundlage für unsere seit 300 Jahren nachhaltig wirtschaftende Forstwirtschaft.
„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern eine Vielzahl besonderer Bäume, auf die wir stolz sein können“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern anlässlich des Tag des Baumes (25. April).

Bäume und Wälder sind Quelle & Symbol des Lebens

Ivenacker Eichen. Eine kultur- und naturhistorische Besonderheit in Mecklenburg-Vorpommern sind die Ivenacker Eichen. Sie sind Zeugnisse der im Mittelalter verbreiteten Landnutzung des Hudewaldes. Die stärkste Eiche hat heute einen Durchmesser (in Brusthöhe) von 3,49 m und eine Höhe von 35,5 m; was ein Holzvolumen von ca. 180 Kubikmetern ergibt. Das Alter kann nicht genau ermittelt werden. Es gilt aber als gesichert, dass diese Eiche über 1.000 Jahre alt ist. Die Eiche ist damit die stärkste und älteste lebende Eiche Deutschlands.

Heiligen Hallen. Als weithin bekanntes Waldgebiet in Mecklenburg-Vorpommern gelten die Heiligen Hallen in der Feldberger Seenlandschaft. Um 1850 vom Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz als für alle Zeiten zu schonen eingestuft, sind die Heiligen Hallen faktisch der älteste in Deutschland vorkommende Buchenwald. Auf nahezu 40 ha wurde hier ein Naturwaldreservat für vorrangig waldökologische Forschungen eingerichtet.

Höchsten Bäume. Die vermutlich höchsten Bäume in Mecklenburg-Vorpommern sind die zwischen 50 und 60 m hohen Douglasien im Revier Kiekindemark der Stadtforst Parchim. Dort wurden vor über 130 Jahren die ersten aus Amerika importierten Douglasien auf dem Wege der Saat angebaut. An Holzmenge produziert die Douglasie auf standortsgerechten Böden mehr als das doppelte der in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Flächenanteil von 40 % häufigsten Baumart, der Kiefer.
Klimawälder. „Egal ob alt, dick oder hoch: Bäume und Wälder sind Quelle und Symbol des Lebens, eine Tatsache, der wir uns gerade am Tag des Baumes erinnern sollten“, so der Minister. Insbesondere ist die gemeinsam mit dem Landestourismusverband und der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufene Waldaktie zu nennen. „Unsere Idee vom CO2-freien Urlaub wurde bislang sehr gut angekommen. Davon zeugen die ca. 43.500 verkauften Waldaktien.“ Damit wurden seit 2007 bisher 16 Klimawälder mit einer Fläche von über 40 ha begründet.
Kur- und Heilwälder – ein Pilotprojekt für Deutschland

Die Wichtigkeit der Bäume und des Waldes als Gesundheitsfaktor wird Mecklenburg-Vorpommern in einem Pilotprojekt für Deutschland zeigen. Mit der Entwicklung von Kur- und Heilwäldern für Therapiezwecke werden unterschiedliche Themengebiete (Natur, Tourismus, Medizin) verknüpft und die Angebotsstruktur im Gesundheitstourismus Mecklenburg-Vorpommerns erweitert.

„Die ersten Kur- und Heilwälder wollen wir 2015 ausweisen“, erläutert Minister Dr. Backhaus. „Zur Vorbereitung können die Waldbesitzer in den betroffenen Gemeinden noch in diesem Jahr bis zu 200.000 EUR Fördermittel unseres Hauses nutzen.“

Durch das besondere Mikroklima, die allergenarme, sauerstoffreiche Luft, die beruhigende Wirkung, die besonderen Lichtverhältnisse, die sich für eine therapeutische Nutzung bei psychosomatischen, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen oder auch Zivilisationskrankheiten wie Stress, Burnout und Adipositas eignen sich Wälder hervorragend. Der Bäderverband und fünf Kur- und Erholungsorte in Mecklenburg-Vorpommern – Saßnitz, Heringsdorf, Waren, Graal-Müritz und Bad Doberan/ Heiligendamm – werden dabei sein. Weitere Partner sind die Landesforstanstalt, die Universität Rostock und BioConValley.

Bis zum Jahr 2015 sollen Gutachten erstellt werden, die die Kriterien für Heil- und Kurwälder aufzeigen und die potenziellen Kandidaten daraufhin kontrollieren.
LU Mecklenburg-Vorpommern

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