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Helikopter mit Spezialausrüstung für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Quelle: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern: Eichenbestände als wertvollen Lebensraum erhalten!

Durch intensiven Fraß der Raupen diverser Schmetterlingsarten sind Eichenbestände in Mecklenburg-Vorpommern in verschiedenen Regionen stark geschädigt. Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern startet in besonders schwer betroffenen Wäldern mit Bekämpfungsmaßnahmen gegen die sogenannte Eichenfrühjahrsfraßgesellschaft.
Zu Beginn der Maßnahme fand am 20. Mai eine Erläuterung des Vorhabens durch die Experten des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei und der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern auf dem Plauer Werder in Alt Schwerin statt.
Vor dem Sprühen der Fraßgifte Dipel ES und Dimilin 80 WG, ersteres wird auch im Ökolandbau eingesetzt, stand ein langfristiges Monitoring, in dem die Gesundheit der Eichen und deren Einflussfaktoren, wie zum Beispiel das Vorkommen von Schmetterlingen und deren Raupen, überwacht wurden. „Hier hat sich in den letzten Jahren eine anhaltende, kritische Erhöhung der potenziell schädlichen Schmetterlingsarten, einhergehend mit der deutlichen Verschlechterung der Gesundheit der Eichen gezeigt“, so Sven Blomeyer, Vorstand der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern.
Bekämpfung ausschließlich in deutlich geschädigten Beständen
„Wir als Untere Forstbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben den gesetzlichen Auftrag, den Wald vor allen schädlichen Einflussfaktoren zu schützen. Diesem kommen wir hier nach“, führt der Forstchef weiter aus. Dabei betont er, dass die Bekämpfungsmaßnahmen zuvor beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV beantragt werden mussten und dort mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt wurden. „Die Kritik der Umweltverbände an den nun beginnenden Maßnahmen ist insofern unbegründet, weil alle gesetzlichen und behördlichen Auflagen bei der geplanten Befliegung eingehalten werden – so auch die Mindestabstände zu Horsten besonders geschützter Greifvögel.“
Dr. Peter Röhe, der zuständige Referatsleiter aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, ergänzt: „Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern muss hier handeln, damit die Eichenbestände als wertvoller Lebensraum erhalten bleiben.“ Weiter führte der Fachmann für Waldökologie und Waldbewirtschaftung aus: „Natürlich sollen die Eichen irgendwann auch geerntet werden. Allerdings sind sie mit einem Flächenanteil von 9,6 % am Gesamtwald Mecklenburg-Vorpommerns auch eine bedeutende Baumart für die Biodiversität in unseren Wäldern.“
Dass die Bekämpfung der Raupen ausschließlich in deutlich geschädigten Beständen durchgeführt wird, verdeutlicht die von Heiko Schulz, Sachbearbeiter in der Landeswaldschutzmeldestelle Mecklenburg-Vorpommern angeführte Einsatzfläche von 610 ha. Dies entspricht reichlich 1 % der Eichenbestände Mecklenburg-Vorpommerns, deren Fläche sich laut Dritter Bundeswaldinventur auf 51.700 ha beläuft. Der Anteil der Bekämpfungsfläche am Gesamtwald entspricht somit 0,1 %.
Sicherheitsvorkehrungen und Informationen
Abschließend erläuterte der Leiter der Abteilung für Pflanzenschutz des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, Dr. Vietinghoff, die Auswirkungen der Maßnahme auf Mensch und Natur. Hier werden vorbeugende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, indem die betroffenen Waldflächen während und 48 Stunden nach der Maßnahme behördlich gesperrt werden. Für einen weiteren Zeitraum von 3 Wochen wird vorsorglich das Sammeln von Wildfrüchten und Pilzen in diesen Wäldern verboten sein. Die Dauer der Sperrung wird auf den vor Ort durch die Forstämter ausgehängten Hinweisschildern hervorgehen.
„Informationen dazu, welche Wälder betroffen sein werden, können Bürger auf unserer Homepage www.wald-mv.de einsehen. Dort sind die Karten der betroffenen Gebiete sowie interessante Informationen und Bilder eingestellt. Wir sind bemüht, die Beeinträchtigung der Waldbesucher in dieser Jahreszeit, wo es im Wald am schönsten ist, so gering wie notwendig zu halten. Schließlich dient die Maßnahme auch zur Erhaltung des Waldes als Erholungsraum“, wirbt Sven Blomeyer abschließend um das Verständnis aller Betroffenen.
Landesforst Mecklenburg-Vorpommern
Helikopter mit Spezialausrüstung für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Quelle: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern Gespinst einer Frühlingseule an Eiche. Quelle: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern

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