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Eichenprozessionsspinner in Brandenburg: Befallsituation 2017

Mecklenburg-Vorpommern: Eichenprozessionsspinner in Alleen bekämpft

Mit der Behandlung von knapp 400 ha befallener Fläche wurde am 8. Mai die erste Etappe bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Landkreis Ludwigslust-Parchim abgeschlossen. Wegen der optimalen Behandlungs- und Flugbedingungen gehen Experten von einer sehr großen Wirkung dieser Maßnahme aus. Ende Juni/Anfang Juli werde das Gebiet bereist und der Befall aufgenommen, nicht nur an den behandelten Flächen, so Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Seit dem 6. Mai hatte ein Hubschrauber ausschließlich über Alleen- und Einzelbäumen das Biozid Karate ausgebracht, das die Larven bekämpft, deren Nesselhaare den Menschen so gefährlich werden können. Sie verursachen gesundheitliche Schäden, die oft sogar eine stationäre Aufnahme notwendig machen.

Stärke des Befalls hat zugenommen


Der Minister erläutert, warum die Bekämpfung in diesem Jahr so massiv erfolgte: „Im Landkreis Ludwigslust-Parchim hatte sich 2012 die Zahl der von den Bürgern, den kommunalen Verwaltungen und der Forst gemeldeten Befallsstellen sehr stark erhöht. Parallel dazu stieg die Anzahl der aufgenommen Krankheitsfälle an. Wegen dieser besorgniserregenden Entwicklung bestand Handlungsbedarf für Regulierungsmaßnahmen.“

Vor der Bekämpfungsmaßnahme wurden alle seit 2012 gemeldeten Befallsflächen – mehr als 1600 Flächen und Einzelpunkte – in Augenschein genommen und vermessen. Zusätzlich wurden bereits frühzeitig zum Ausgang des Winters Zweigproben entnommen und auf Eigelege hin untersucht, um die Stärke und Verteilung des Befalls 2013 abschätzen zu können eine fachlich-wissenschaftlich begründete Regulierungsmaßnahme zu treffen. Die gewonnenen Daten wurden auf digitale Karten übertragen und mit den Flächen der Natura 2000- und FFH-Gebiete und Naturschutzgebiete sowie mit den Flächen des Ökologischen Landbaus verschnitten.

Maßnahme wird fortgesetzt
Sobald es der Laubaustrieb der Eichen erlaubt, wird die Maßnahme fortgesetzt. Bei den nun zum Einsatz kommenden Bioziden handelt es sich um Fraßgifte, so dass ausreichend Blattfläche mit dem Biozid benetzt werden muss. Wann diese Voraussetzungen gegeben sind, muss abgewartet werden. Eingesetzt wird das biologische Biozid Dipel, welches aber besondere Anforderungen an Temperatur und Wetter stellt. Bei dem angekündigten regnerischen Wetter kann auch Dimilin, das regenfest und unschädlich für Menschen und Nutztiere ist. Es ist bereits im Forstschutz erprobt und wird aktuell im Landkreis Lüneburg auf öffentlichen Flächen, Alleen und in Siedlungen gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt.

„Während der Sonn- und Feiertage bleibt die Maschine am Boden“, versicherte der Minister, „damit die Bürger und Gäste ungestört die Landschaft und Natur im Landkreis genießen können.“

Der Eichenprozessionsspinner wurde auch in den Altkreisen Güstrow und Neustrelitz nachgewiesen. Die Besiedlung ging vermutlich von seit Jahren stark befallenen Arealen der benachbarten Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen auf Mecklenburg-Vorpommern über. Hier wurden seit 2010 neben einer umfangreichen Aufklärung der Bevölkerung und Informationstafeln an befallenen Bereichen auch Bekämpfungsmaßnahmen aus der Luft durchgeführt.

LU Mecklenburg-Vorpommern

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