Holzverkauf und Holzpreise

Materialengpass auf dem Bau geht zurück

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der Materialengpass auf den deutschen Baustellen hat sich abgemildert. Das geht aus den Umfragen des ifo Instituts hervor.

Im August gaben 42,2 % der Unternehmen im Hochbau an, unter Materialknappheit zu leiden, im Juli waren es noch 48,8 %. Auch im Tiefbau entspannte sich die Lage etwas. 31,4 % der Betriebe litten unter Lieferengpässen, nach 33,9 % im Vormonat.

„Die Flutkatastrophe im Juli hat aber örtlich neue Verwerfungen ausgelöst. Insbesondere aus Nordrhein-Westfalen gingen im August Meldungen ein, dass die Ereignisse den Materialmangel verschärft haben. Der Anteil der betroffenen Unternehmen dort liegt nun merklich über dem deutschen Durchschnitt“, sagt ifo Forscher Felix Leiss.

Leichte Entspannung beim Schnittholz

„Trotz aller Verbesserungen bleibt die Versorgung insgesamt sehr angespannt. Viele Vorprodukte sind weiterhin knapp und teuer, insbesondere Dämmstoffe und Stahl. Eine gewisse Entspannung sehen wir beim Schnittholz, dennoch sind viele Holzprodukte nur schwer zu bekommen.“, sagt Leiss weiter.

Der Materialengpass treibe die Baupreise, insbesondere im Hochbau. Viele Unternehmen berichten dort von Preissteigerungen. Beinahe jede zweite Firma im Hochbau plane zudem bald weitere Erhöhungen. Auch im Tiefbau seien Preissteigerungen geplant, dies jedoch deutlich seltener.

Der Fachkräftemangel bereite dem Baugewerbe zusätzliche Sorgen. Aktuell klage jeder dritte Betrieb über Probleme, geeignetes Personal zu finden.

Keine Entwarnung

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe erklärt, die Materialknappheit und weiter steigende Rohstoffpreise belasten weiterhin die Bauwirtschaft. Bei wichtigen Bauprodukten gebe es keine Entwarnung. „Lieferschwierigkeiten bei anhaltend hoher Nachfrage quer durch die Branchen treiben weiter die Preise,“ so dessen Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

So lagen etwa im Juli laut Statistischem Bundesamt die Preise für Schnittholz um mehr als 110 % über dem Vorjahreswert und hatten sich gegenüber dem Vormonat noch einmal um 14 % erhöht. Auch bei Betonstahl haben sich die Preise um mehr als 80 % gegenüber dem Vorjahreswert und noch einmal um ca. 11 % gegenüber dem Vormonat erhöht.

90 % melden gestiegene Einkaufspreise

Fast die Hälfte der Unternehmen des Baugewerbes sehen sich mit Lieferschwierigkeiten bei Holz und Kunststoffen konfrontiert, bei Stahl sind es über 70 % der Unternehmen. Über 90 % der Unternehmen berichten über gestiegene Einkaufspreise bei Material. Über 70 % der Unternehmen des Baugewerbes planen die Weitergabe von Preiserhöhungen an die Kunden. Das sei das Fazit einer im Handelsblatt zitierten Umfrage des DIHK.

Man hoffe weiterhin, dass sich die Lage bei Holz, Stahl und Kunststoffen im Jahresverlauf weiter beruhigt, so Pakleppa abschließend.

Quellen: ifo/ZDB