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Schwammspinnerraupen, aufgenommen in einem Waldstück bei Krautheim. Die Raupen haben bereits große Teile der Blätter gefressen.

Maßnahmen gegen Schwammspinner ergriffen

Am 5. Mai wurde per Helikopter über rund 170 ha Eichenmischwäldern bei Schöntal und Krautheim im nördlichen Hohenlohekreis, ein Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Schwammspinners ausgebracht. Koordiniert wurde die Maßnahme vom Kreisforstamt, Forst BW sowie der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg.

Diese von Kreisforstamt, dem Forstbezirk Tauberfranken von ForstBW sowie der FVA in Freiburg koordinierte Maßnahme hat zum Ziel, das flächige Absterben von stark vorgeschwächten Wäldern öffentlicher und privater Besitzer zu verhindern. „Mit Blick auf den Klimawandel sind verschiedenste Baumschädlinge auf dem Vormarsch. Wenn es um den Schutz unserer Waldbestände geht, kommen wir in Einzelfällen um einen ausgewogenen und integrierten Pflanzenschutz nicht umhin. Die Maßnahme im Hohenlohekreis dient dem Erhalt ökologisch und wirtschaftlich wertvoller Eichenwälder. Der Wald ist in einem Zustand, in dem wir nun alles tun müssen, die Bäume zu erhalten, die noch zu retten sind“, sagte Forstminister Peter Hauk MdL, der sich vor Ort ein Bild von der Aktion gemacht hat.

Pflanzenschutzmittel nicht bienengiftig

Das ausgebrachte Pflanzenschutzmittel Foray76 B mit dem darin enthaltenen Wirkstoff Bacillus thuringiensis ist auch für den Einsatz im Ökolandbau zugelassen und nicht bienengiftig. Er wirkt als Fraßwirkstoff durch den Verdauungstrakt ausschließlich auf die zu diesem Zeitpunkt fressenden Schmetterlingsraupen. „Durch windstilles und trockenes Wetter hatten wir gute Voraussetzungen, dass mit der Maßnahme tatsächlich existenzielle Schäden an den Waldbeständen abgewendet werden können“, erklärte Kreisforstamtsleiter Roland Hartz. Vorangegangen war ein bereits im Vorjahr begonnenes Monitoring. Zudem auch ein umfassendes Genehmigungsverfahren unter Abwägung wirtschaftlicher und ökologischer Belange sowie auch ein Ortstermin mit Naturschutzverbänden.

 

Hintergrund:

In den vergangenen Jahren gab es in deutschen Wäldern immer wieder Massenvermehrungen des Schwammspinners. Die Raupen dieses wärmeliebenden und durch den Klimawandel begünstigten Schmetterlings können die Waldbestände nach zweimaligem Kahlfraß zum Absterben bringen. Von den vom Schwammspinner befallenen Wäldern wurden nach längerem Monitoring nur diejenigen ausgewählt, die sich nicht ohnehin dürrebedingt auflösen, die nicht mit flächenhaftem Naturschutz belegt sind und auch nicht in der Nähe von Gebäuden oder Straßen liegen. Am Ende des Auswahlprozesses sind zwei Drittel der Ausgangsbestände weggefallen.

 

Lesen Sie auch unseren eigenen Beitrag „Schwammspinner Waldschutz versus Artenschutz“ 

Lesen Sie hier mehr zum Schwammspinner und seine Verbreitung. 

Mehr zum Pflanzenschutzmittel Foray76 B finden Sie hier

 

 

Quelle: LA Hohenlohe

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