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Massives Auftreten der Nonne in Brandenburg für 2012 erwartet

Massives Auftreten der Nonne in Brandenburg für 2012 erwartet

Viele Kiefernschadinsekten treten in regelmäßigen zeitlichen Abständen mit gefährlichen Dichten auf. Für die Nonne, einen nachtaktiven Schmetterling, dessen Raupen Blätter und Nadeln einheimischer Gehölze fressen, beträgt dieser Zeitraum etwa 10 Jahre. Vor allem in großflächigen Reinbeständen von Kiefer, Lärche und Fichte können die Raupen Kahlfraß verursachen und so viele Bäume zum Absterben bringen. Deshalb wird auch dieses Schadinsekt in Brandenburg kontinuierlich durch die Forstbehörden überwacht.
10.000 Hektar werden untersucht
Nachdem bereits 2010 erhöhte Falterfänge in mit künstlichem Lockstoff ausgerüsteten Fallen (Vorwarnsystem) landesweit eine Massenvermehrung der Nonne angekündigt hatten, wurden im Sommer 2011 mit einem engeren Beobachtungsnetz speziell die weiblichen Falter an sogenannten Zählstämmen überwacht. Insbesondere in Südbrandenburg wurden vielerorts kritische Weibchenzahlen überschritten. In den betroffenen Bereichen läuft zurzeit die Suche nach den Eiern. Diese legt das Weibchen unter der dickborkigen Rinde der Bäume ab.
So lässt sich für ein Waldgebiet die Prognose über zu erwartende Fraßschäden durch die Raupen im Frühsommer 2012 erstellen. Mindestens 10.000 Hektar Wald werden durch Revierförster und Waldarbeiter genauer „unter die Lupe“ genommen.
Entscheidungen über Pflanzenschutzmaßnahmen im Mai fallen dann im zeitigen Frühjahr entsprechend der Schädlingsdichten und Abstimmungen mit Waldbesitzern, Naturschutz- und Wasserbehörden sowie dem amtlichen Pflanzenschutzdienst.
Winterbodensuchen nach weiteren Kiefern-Schadinsekten
Für die Überwachung der anderen Kiefernschadinsekten mit hohem Gefährdungspotenzial wurde auch der Startschuss für den Beginn der Winterbodensuchen gegeben. Auf vorgegebenem Raster – ca. 1.800 Suchpunkte, verteilt in den Kiefernwäldern – wird im Waldboden nach Überwinterungsstadien von Insekten gesucht. Funde von Raupen des Kiefernspinners, Puppen der Schmetterlinge Forleule und Kiefernspanner sowie Kokons von Kiefernbuschhornblattwespen weisen auf weitere zu erwartende Waldschäden 2012 hin und lassen so zeitlichen Spielraum für die Planung von Gegenmaßnahmen.
Eichenprozessionsspinner wird auch 2012 überwacht
Zu einem Dauerbrenner hat sich hingegen der Eichenprozessionsspinner – gefährlich für Mensch und Eichen – entwickelt. Schwerpunkte des Befalls wurden 2011 registriert in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland, Oberhavel, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Eine weitere Ausdehnung des Befallsgebiets in Richtung Osten und Süden wird für 2012 angenommen.
Dabei haben sich die Möglichkeiten des Einsatzes von Insektiziden nach Pflanzenschutzrecht bzw. Bioziden nach Biozidrecht (Gesundheitsschutz) nicht verbessert. Für das in Brandenburg bewährte, sehr selektive biologische Präparat Dipel ES müssen auf Basis der seit Juni 2011 geltenden neuen Pflanzenschutz-Richtlinien in der EU Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz per Helicopter beantragt werden. Zugelassen ist aktuell ein Häutungshemmer, Dimilin, der aber in der Nähe von Siedlungen, Oberflächengewässern und Straßen nicht bzw. nur mit Betretungsbeschränkungen eingesetzt werden kann.
Um die Gefährdung der Eichenwälder und die Gesundheitsgefährdung für Menschen genauer bewerten zu können, suchen Forstleute im Winter Eier des Eichenprozessionsspinners in den im Sommer bei Kartierungen ermittelten Befallszentren.
 
 

Waldschutz-Merkblatt Nr. 52 „Die Nonne“ (PDF 1,2 MB)

 
Landesbetrieb Forst Brandenburg

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