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Martin Gehringer

Dipl.-Forsting. (Univ.) Martin Gehringer verstorben

Am 6. Oktober 2019 verstarb Diplomforstingenieur Martin Gehringer im Alter von knapp 81 Jahren.

Martin Gehringer erlernte den Forstberuf „von der Pike auf“: Nach einer Forstfacharbeiterausbildung absolvierte er von 1956 bis 1959 das Forststudium an der Ingenieurschule Schwarzburg/Thüringen, nahm dann 1971 noch ein Fernstudium an der Forstfakultät Tharandt der Technischen Universität Dresden auf und schloss 1976 als Diplomforstingenieur (Univ.) ab.

Schon während seiner Ausbildungs- und Studienjahre beschäftigte sich der Verstorbene, der sich ganz der Forstpraxis verpflichtet fühlte, mit den Bereichen Rohholzbereitstellung, Produktionsplanung, Tarifwesen und Forsttechnik. Diese Neigungen prägten seinen gesamten beruflichen Lebensweg. Größere Führungsverantwortung übernahm er von 1985 bis 1991 als Direktor des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Sonneberg.

Nach der Wiedervereinigung wurde Gehringer in die 1991 neu gebildete Landesforstdirektion mit Sitz in Oberhof berufen. Hier oblagen ihm die Bereiche Waldarbeit, Forsttechnik und später auch Holzvermarktung, zuerst als Referatsleiter und Stellvertreter, ab 1999 als kommissarischer Leiter dieser forstlichen, jagdlichen und fischereilichen Mittelbehörde Thüringens. In seinem letzten Dienstjahr wurde ihm die Leitung des Referates Waldarbeit und Holzvermarktung im Thüringer Landwirtschaftsministerium (TMLNU) übertragen.

In dieser Zeit hatte Gehringer, der auch leidenschaftlicher Jäger war, auf Grundlage seiner Erfahrung und Kompetenz, diverse Zusatzfunktionen, u. a. beim KWF in Prüfausschüssen und zuletzt als Vertreter Thüringens im KWF-Verwaltungsrat übernommen. 2004 wurde er mit der KWF-Medaille geehrt. Schon 1996 „holte“ Gehringer die KWF-Tagung erstmals in die neuen Bundesländer nach Oberhof. 2003 schied Gehringer aus dem aktiven Dienst bei ThüringenForst aus.

Als forst- und holzwirtschaftlicher Fachberater griff er weiter ins forsttechnische Geschehen ein, u.a. für ein international tätiges Zellstoffwerk. Gehringers umfassende berufliche Erfahrung, die er sowohl vor wie nach der Wende in Führungspositionen schöpfen konnte, machten ihn zu einem gesuchten Ansprechpartner in den „neuen“ und „alten“ Ländern Deutschlands, aber auch international.

2018 wirkte er als einer der Hauptautoren bei der Erstellung des 430-seitigen Buches „Forstchronik. Die Geschichte der Wälder und der Forstwirtschaft in Thüringen“ mit. Dessen Herausgabe lag ihm sehr am Herzen, weshalb er sich mit Nachdruck hierfür einsetzte. In den letzten Lebensmonaten war Martin Gehringer durch eine schwere Krankheit gekennzeichnet, der er jetzt im Kreise seiner Familie in Hildburghausen erlag.

Alle die ihn kannten und schätzen gelernt hatten, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

ThüringenForst Vorstand

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