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Markus Neumann in Ruhestand

Markus Neumann in Ruhestand

Dipl.-Ing. Dr. Markus Neumann tritt am 1. Oktober 2016 in den Ruhestand. 
  
Markus Neumann wurde in Wien geboren und studierte Forstwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (BOKU).
Nach Mitarbeit am Institut für Waldbau an der BOKU und einem Studienaufenthalt am Institut für Weltforstwirtschaft in Hamburg begann er am 1.10.1979 seine Tätigkeit an der damaligen Forstlichen Bundesversuchsanstalt – nunmehr Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) – in Wien.
Markus Neumann war maßgeblich an der Durchführung der damaligen Waldzustandsinventur von 1984 bis 1988 beteiligt und wurde am 1987 zum Leiter der Abteilung „Waldschadensbemessung und -bewertung“ bestellt. Ab 1991 war er für das Waldschaden-Beobachtungssystem verantwortlich. Dieses Monitoringprogramm wurde unter seiner Ägide in das europaweite Waldzustandsmonitoring des ICP-Forests eingegliedert. Ab 1995 wurden in Österreich unter seiner fachlichen Leitung die Intensivbeobachtungsflächen (Level II) etabliert.
Am 1. März 1995 übernahm Neumann die Leitung des damaligen Instituts für Waldwachstum und Betriebswirtschaft – nunmehr Institut für Waldwachstum und Waldbau. Seit August 2004 war er zudem stellvertretender Leiter des BFW.
Neben der umsichtigen und fachlich kompetenten Leitung des Instituts für Waldwachstum und Waldbau zeigte er großes wissenschaftliches Engagement, das auch durch eine umfangreiche Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen belegt ist. Insgesamt verfasste er mehr als 150 Publikationen in nationalen und internationalen forstlichen Fachzeitschriften mit einem Schwerpunkt in der Waldschadensforschung.
Einen Großteil seines Forscherlebens widmete Markus Neumann der Erfassung von neuartigen Waldschäden. Gemäß seinem Leitspruch „Alles messen, was messbar ist. Alles messbar machen, was noch nicht messbar ist“ trug ganz wesentlich dazu bei, dass der Zustand des österreichischen Waldes durch bestens geschultes Personal nach möglichst objektiven Kriterien erhoben wurde. Es waren nicht zuletzt die aus der Waldzustandsinventur gewonnen Erkenntnisse, die zu einer Versachlichung der Diskussionen rund um das Waldsterben führten. Die von ihm geleitete Waldzustandsinventur lieferte die wesentlichen Grundlagen, die zu wichtigen umweltpolitischen Maßnahmen geführt haben (z.B. Reduktion der Schwefeldioxid-Emissionen). Seine Fachkompetenz fand daher auch internationale Anerkennung im Rahmen von ICP Forests, wo er lange Zeit die Funktion des Co-Chairman des Expert Panels zu Waldwachstum innehatte. Zudem war seine Expertise auch in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien gefragt.
Auf dem Gebiet des waldwachstums- und ertragskundlichen Versuchswesens war es Markus Neumann immer wichtig, dass die gewonnenen Erkenntnisse den Weg in die forstliche Praxis fanden und somit einer effizienten und nachhaltigen Waldbewirtschaftung dienten. Davon zeugen zahlreiche Publikationen, Vorträge, Seminare und Exkursionen zu den BFW-Versuchsflächen. Neue Fragestellungen für das ertragskundliche Versuchswesen leitete er meist aus den ökonomischen Rahmenbedingungen der österreichischen Forstwirtschaft ab, was seinen Fokus auf eine praxisorientierte und angewandte Forschung unterstreicht.
Peter Mayer, Ferdinand Kristöfel (BFW)

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