ABO

Markteinschätzung der Nordwestschweizer Holzproduzenten

Die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung und der hohe Importdruck für Schnittwaren belasten weiterhin den Rundholzmarkt in der Schweiz. Große Sorgen bereiten den Holzproduzenten insbesondere das Fehlen aufnahmefähiger Absatzkanäle für Laubstammholz im In- und Ausland. Die Eurokrise belastet den Rundholzabsatz und die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung bleibt marktbestimmend, so die Waldwirtschaftsverbände der Kantone Aargau, Basel, Bern und Soluthurn in ihren jüngsten Empfehlungen zum Rundholzmarkt.

Das tiefe Zinsniveau und die hohe Nachfrage nach Wohnraum sorgen zwar für ein anhaltend gutes Auftragsvolumen in der Schweizer Bauwirtschaft. Doch die einheimischen Sägereien sind wegen des hohen Importdruckes mehrheitlich nur mäßig ausgelastet. Um die Schnittholzpreis zu stabilisieren haben die Sägereien gleichzeitig europaweit die Produktion deutlich gedrosselt. Der Bedarf an Nadelstammholz bewegt sich damit in etwa auf Vorjahresniveau. Die Rundholzpreise sind jedoch weiter unter Druck. Den Holzproduzenten wird empfohlen, nach Möglichkeit die Nachfrage zu Marktpreisen zu befriedigen.

Weiter eingetrübt haben sich die Marktaussichten beim Laubstammholz. Der Mangel an aufnahmefähigen Laubholzsägereien im Inland und die unsicheren Wirtschaftsaussichten in südlichen Nachbarländern führen dazu, dass das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt. Dies gilt insbesondere für die in der Nordwestschweiz wichtigste Baumart – die Buche. Immer mehr traditionelle Absatzkanäle schwächeln oder brechen ganz weg. Auf Beginn der neuen Schlagsaison haben auch die großen Industrieholzverarbeiter erneut schmerzhafte Preissenkungen vollzogen. Dies nicht zuletzt, weil vermehrt geringwertige Stammholzsortimente als Industrieholz vermarktet werden. Im Mittelland und Jura, wo Waldstandorte mit einem hohen natürlichen Laubholzanteil dominieren, ist diese Entwicklung zunehmend besorgniserregend. Negativ ist der Trend auch beim Nadelindustrieholz.

Äußerst dynamisch entwickelt sich dafür im Einzugsgebiet der großen Heizkraftwerke die Nachfrage nach Energieholz. Das Heizkraftwerk Bern Forsthaus wird im Herbst 2012 schrittweise in Betrieb genommen und anfangs 2013 den Vollbetrieb aufnehmen. Weitere Holzenergieanlagen sind in Planung und werden den Markt weiter beleben. Die Nachfrage nach Energieholz wird deshalb in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen. Aktuell sind jedoch vielerorts noch bedeutende Waldlager vorhanden.
 

Aargauischer Waldwirtschaftsverband

Auch interessant

von