ForstBranche

Magdeburger des Jahres – Kandidaten auch aus dem Forst

Jedes Jahr wird der Magdeburger des Jahres bestimmt. Diese Auszeichnung ehrt alle Frauen und Männer aus Magdeburg, die sich besonders für die Gesellschaft mit bestimmten Projekten aus unterschiedlichen Bereichen eingebracht haben und bringen. Zu Ihnen gehören auch der Revierförster Wolfgang Grönwald und der promovierte Forstwissenschaftler Ehlert Natzke. Beide vermitteln jungen Menschen ihr Wissen über den Wald.

Die beiden Forstexperten engagieren sich trotz Ruhestand weiter ehrenamtlich für das Waldpädagogische Zentrum Magdeburg. Ehlert Natzke als Vereinsvorsitzender und Wolfgang Grönwald als sein Stellvertreter. Am 5. Januar war die Abschlusswürdigung. Zu dieser Veranstaltung referierten die beiden Kandidaten, in welchem Bereich und mit welchen Projekten sie sich für Magdeburg eingebracht haben.

Kinder sollen den Wald genießen

Stellungnahme des Vereinsvorsitzenden des „Waldpädagogischen Zentrums Magdeburg e.V.“ Ehlert Natzke:

Das „Waldpädagogische Zentrum Magdeburg e.V.“ existiert jetzt 10 Jahre und empfängt jährlich um 3.000 Kinder im Biederitzer Busch. Corona bedingt waren es 2020 nur 2.668 Kinder. Die Arbeit mit den uns besuchenden Kindern im Biederitzer Busch sehen wir als eine wirksame Initiative der bereits 1992 in Rio beschlossenen „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ die zunächst bis 2030 weitergeführt wird. Ökologie, Ökonomie und Soziales sollen bei einer nachhaltigen Entwicklung miteinander verbunden werden. Der Wald und die Forstwirtschaft mit ihren Möglichkeiten, gerade aber auch das durch die Klimaänderung verursachte Waldsterben – auch im Biederitzer Busch – zeigen die Möglichkeiten für und die Anforderungen an die Gesellschaft.

In den Corona – Zeiten zieht es die Menschen in den Wald, in den Harz, aber auch zu uns in den Biederitzer Busch. Sie finden Erholung und können abspannen. Unsere Eichenwälder im Biederitzer Busch sind für den Naturschutz besonders bedeutsam, weil in keinem anderen Wald so viele Arten vorkommen. Seit Jahren kränkeln unsere alten Eichen, vor allem wohl wegen der jahrzehntelangen Grundwasserabsenkungen und sind jetzt durch die klimabedingten heißen Jahre zum Teil völlig abgestorben. Erfreulich ist es, dass wieder mit jungen Eichen aufgeforstet wird, die auch sofort wieder beginnen, das klimafeindliche CO2 zu binden. In Deutschland sind das im Durchschnitt 8 t je Jahr und Hektar Wald. Nicht zu vergessen ist der nachwachsende Rohstoff Holz, der wenn er verbaut wird, einen weiteren großen Beitrag zur CO2 – Reduzierung leistet. Durch die klimabedingten Veränderungen geht es dem Wald schlecht. Und deshalb geht es auch den Forstbetrieben schlecht. Hat der Landesforstbetrieb über viele Jahre Gewinne abgeliefert, so benötigt er jetzt finanzielle Unterstützung, vor allem für sein Aufforstungsprogramm. Bei den privaten Forstbetrieben ist die Situation nicht anders. Die vom Bund gewährte „Nachhaltigkeitsprämie“ sichert so weiter eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes.

Wie sollen aber nun z. B. den Kindern aus dem Kindergarten diese Zusammenhänge nahegebracht werden? Wir wollen sie vorsichtig an die Kinder heranführen, aber das wichtigste ist, dass sie den Wald genießen und dass er ihnen wichtig wird! Und fragen Sie die Kinder, die bei uns waren, ich glaube, das erreichen wir gut!

 

Mehr zu den beiden Nominierten

Quelle: E. Natzke/ Stadt Magdeburg/Red.