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Der Buchdrucker bleibt der gefährlichsteder Borkenkäfer

Keine Angst vor dem Nordischen Fichtenborkenkäfer

Der Bayerische Waldbesitzerverband fordert Kontrollen beim Import von Rundholz aus Tschechien. Mit Stichproben müsse geklärt werden, ob Züge und Lkw mit dem Rundholz den Nordischen Fichtenborkenkäfer (Ips duplicatus) nach Bayern einschleppen.

Nordischer Fichtenborkenkäfer in Tschechien

Diese in Deutschland noch nicht verbreitete Art habe einen großen Anteil daran, dass in Tschechien weite Landstriche sprichwörtlich entwaldet würden. „Wir befürchten, dass diese aggressive Käferart hier ihre Massenvermehrung fortsetzt. Dies muss mit allen Mitteln verhindert werden“, heißt es in einem Positionspapier, das der Bayerische Waldbesitzerverband zusammen mit dem Bayerischem Bauernverband, den Familienbetrieben Land- und Forstwirtschaft Bayern, den forstwirtschaftlichen Vereinigungen und den Bayerischen Staatsforsten veröffentlicht hat.

Was sagt die Wissenschaft?

Aber, ist Ips duplicatus wirklich gefährlicher als die heimischen Arten Buchdrucker und Kupferstecher?

Der Experte Dr. Ralf Petercord von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) rät in einem BR-Beitrag zu mehr Gelassenheit. Äußerlich und im Fraßbild kann man den Nordischen Fichtenborkenkäfer kaum vom Buchdrucker unterscheiden. Er ist etwas kleiner und fliegt im Frühjahr etwas später aus als die heimischen Arten. Weil er den Baum höher in der Krone befällt als der Buchdrucker, ist er bei Baumkontrollen schwierig zu indentifizieren, sodass eine effiziente Bekämpfung nur schwer möglich ist.

Er ist als sekundäre, den Buchdrucker begleitende Art allerdings deutlich weniger gefährlich und aggressiv als dieser.

Dr. Petercord rät daher: Man sollte sich nicht so sehr auf den Nordischen Fichtenborkenkäfer konzentrieren, sondern in erster Linie weiterhin den Buchdrucker bekämpfen.

Oliver Gabriel

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