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Luchs-Initiative Baden-Württemberg

Luchs-Initiative Baden-Württemberg

Luchs, Wolf und Biber sorgen für Schlagzeilen. Am 29.4.2014 haben sie es auf die Titelseite des Schwarzwälder Boten geschafft. An vorderster Stelle berichtet die Zeitung über die Umfrage des Bundesumweltministeriums, nach welcher vier von fünf Bundesbürgern mehr Wildnis wünschten: „Das sind 20 Prozent mehr als bei der ersten Untersuchung 2009.“ Demnach wollten auch 67 % den Biber zurück, 64 % den Luchs, 63 % die Wildkatze und (mit deutlichem Abstand) 44 % den Wolf.
Es darf daran erinnert werden …
Bei so viel Zustimmung für den Luchs darf daran erinnert werden, dass sich seit fast drei Jahrzehnten ein Verein, die Luchs-Initiative Baden-Württemberg, dafür einsetzt, den Beutegreifer wieder einzubürgern. Projekte, die in den Nachbarländern längst realisiert worden sind: Sowohl im Schweizer Jura als auch in den Vogesen leben wieder Luchse, darüber hinaus im Harz und im Bayerischen Wald.
In Baden-Württemberg bemüht sich seit 2004 auch eine vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) eingesetzte Arbeitsgruppe Luchs redlich um Akzeptanzverbesserung bei Jägern und Landwirten. Angesichts dieser langjährigen Bemühungen, erst recht vor dem Hintergrund der Eröffnung des ersten baden-württembergischen Nationalparks (am 3. Mai), erscheint es nur als konsequent, wenn im Juli diesen Jahres im Stuttgarter Landtag eine Verbands- und Expertenanhörung zum Thema Wiedereinbürgerung des Luchses stattfinden wird.
Es war schließlich schon im Jahr 1986, als der damalige Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser in seiner Antwort auf eine Kleine Parlamentarische Anfrage bestätigt hatte, dass das Land noch ausreichend Lebensraum für eine Luchspopulation biete, ohne dass damit andere geschützte Tierarten gefährdet würden und ohne Gefahr für den Menschen. Es waren der Kernkraftunfall in Tschernobyl und die Verstrahlung der Rehe, die damals zu der Überlegung geführt hatten, die natürlichen Regulatoren von Wildbeständen, den Winter und die Fressfeinde der Pflanzenfresser, wieder in Kraft zu setzen.
Dem Luchs als einem „Ureinwohner des Landes“, einem „Symboltier des Artenschutzes“ und „Schlüsseltier der Artenvielfalt“ sei wieder das Heimatrecht zu gönnen, bestätigte im Jahr 2010 der damalige Landwirtschaftsminister Peter Hauck bei der Eröffnung des „Luchspfades“ im Stadtwald von Baden-Baden. Es bleibt zu hoffen, dass er sich auch heute noch als Oppositionsführer seiner Aussagen erinnert. Denn was taugt ein Luchspfad ohne Luchse in freier Wildbahn – was erst recht ein Nationalpark?
Luchs-Initiative Baden-Württemberg

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