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Lohrer Forsttechniker Vize-Europameister

Lohrer Forsttechniker Vize-Europameister

Vom 25. bis zum 29. Mai 2011 fanden in Polen die 10. Europameisterschaften forstlicher Schulen statt. Deutschland wurde erneut von einem vierköpfigen Team der Bayer. Technikerschule für Waldwirtschaft vertreten und erreichte von 16 Nationen den zweiten Platz in der Gesamtwertung.
Forstliche Schulen aus 16 Ländern Europas entsandten jeweils vier Wettkämpfer im Alter zwischen 17 und 25 Jahren sowie Schiedsrichter und einen technischen Leiter nach Polen. Die Mannschaft aus Österreich holte sich wie in letzten beiden Jahren den Sieg in der Gesamtwertung, allerdings büßten die Österreicher viel von Ihrer Dominanz ein: So hatten sie im technischen Teil mit den Norwegern und den Esten sehr harte Konkurrenz. Hinter den starken Polen wurde Deutschland in den Motorsägendisziplinen guter Fünfter. Alle vier Wettkämpfer zeigten bei sehr hohem Niveau zuverlässig gute Leistungen und kamen hier zusammen auf 5053 Punkte. Mit Sigurd Backe kommt der Einzeleuropameister dieses Jahr aus Norwegen. Etwas Pech hatte Florian Nuding in der Einzeldisziplin Entasten, wo er den undankbaren 4. Platz belegte. Zum ersten Mal wurden bei den Europameisterschaften echte Bäume gefällt: In einem mit enorm hohen Aufwand speziell präpariertem Waldbestand mussten Kiefern zielgenau und unter Einhaltung strenger Sicherheitsauflagen zu Fall gebracht werden. Ein Viertel der Studenten und Auszubildenden waren hier überfordert und konnten in dieser Disziplin keine Punkte für ihr Land sammeln! Die Lohrer Mannschaft musste mit aufkommendem Wind zurechtkommen, ließ sich aber nicht beirren und sicherte sich trotz der widrigen Verhältnisse mit grundsoliden Leistungen wertvolle Punkte. Die Basis für eine gute Platzierung im Gesamtklassement war gelegt.
Am zweiten Tag im „Forst-Parcours“ mit 16 Aufgaben, wie z.B. Baum-, Wildtier- und Holzartenkenntnisse, Volumen- und Flächenermittlung, Erste Hilfe, Alters- und Durchmesserbestimmung an Bäumen, waren die vier Wettkämpfer als Team gefordert. Die gute forstliche Ausbildung an der Technikerschule legte die Grundlage, um in diesem praxisnahen Parcours bestehen zu können. Dabei hatten die Veranstalter dieses Jahr die Ansprüche sehr hoch gesetzt. Da die forstlichen Gegebenheiten innerhalb Europas verständlicherweise stark variieren, verlangt z.B. die Arbeit mit den örtlichen Ertragstafeln Einfühlungsvermögen und Intelligenz. Das in der Theorie gelernte Wissen musste im Wettkampf ohne jegliche Ortskenntnis in der Praxis angewandt werden. Die Forstschüler setzten sich hier in einem sehr engen Rennen unter schwierigsten Bedingungen gegen starke polnische Konkurrenz durch. Unsere Freunde aus der Lohrer Partnergemeinde Burgeis, Südtirol formulierten es so: „Deutsche Genauigkeit siegt“. Österreich verteidigte in der Gesamtwertung die Führung, da es in diesem Teilbereich auf den 3. Platz kam.
Insgesamt werde der Wettbewerb professioneller, die Leistungen der Mannschaften rückten immer enger zusammen, so Tretter. Umso erfreulicher sei es, dass die Technikerschule sich in diesem starken Feld so eindrucksvoll behaupten konnte.
Den hohen Stellenwert dieses Wettkampfes unterstrich der Besuch politischer Prominenz und hochrangiger Ehrengäste. Polen übernimmt im 2. Halbjahr die EU-Präsidentschaft, diese Europameisterschaft bildete eine der Auftaktveranstaltungen hierzu.
Im nächsten Jahr wird die Europameisterschaft der forstlichen Schulen in Postojna, Slowenien stattfinden. „Wir hoffen, wieder daran teilnehmen zu können“, lautete das einhellige Fazit der Lohrer Mannschaft.
Bayer. Forst-/Technikerschule Lohr a. Main,

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