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LK Österreich: Energiewende ohne energetische Holz-Nutzung nicht machbar

Präsident Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich, erklärt zu einer vom Umweltbundesamt Österreichs durchgeführten Studie:

„Eine von der Papierindustrie bestellte und vom Umweltbundesamt gelieferte Studie sollte erneut zeigen, dass die Nutzung der Biomasse der Papierindustrie schade. Interessant ist nebenbei, dass das der Unabhängigkeit verpflichtete Amt die Argumente der Auftraggeber im identen Wortlaut übernimmt. Dadurch werden sie aber nicht richtiger. Denn Holz schafft in Österreich Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Die Energiewende ist ohne energetische Nutzung von Holz nicht machbar. Auch die regionale Versorgung mit Energieholz ist hoch effizient und sichert Wärme oder Strom, im Gegensatz zum immer unsicherer werdenden Erdgas oder Erdöl. Wir haben eine erschreckend hohe Abhängigkeit von fossiler Energie aus Krisengebieten. Bei Gaslieferengpässen hätte die energieintensive Papierindustrie größte Probleme. Die Forstwirtschaft hat die Papier- und Plattenindustrie konstant und verlässlich mit Rundholz beliefert, unabhängig von den Entwicklungen beim Ökostrom. Bauen wir gemeinsam an tragfähigen Zukunftskonzepten, wie der Forcierung des Holzbaus mit gleichzeitiger Erhöhung der Nebenproduktmengen und stärken wir das Holz als unseren wichtigsten heimischen Energieträger.“
Titschenbacher weiter. „Die Papierindustrie hat schon immer große Holzmengen aus den Nachbarländern importiert. Daran hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert. Sie kann auch berechtigterweise auf ihre hohe Exportquote in alle Länder der Welt stolz sein. Jedoch sollte man die wesentlich geringere Importquote bei der Rohstoffbeschaffung nicht negativ darstellen. Denn es wäre volkswirtschaftlicher Unsinn, Rohholz zu exportieren und Papier zu importieren. Wir veredeln importiertes Holz und sichern so im Inland zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“
Gesunder Wettbewerb hilft allen
„Natürlich hat die Förderung von Biomasse-Anlagen den Wettbewerb gestärkt. So wurde aus Industrierundholz, also Holz geringerer Qualität, ein marktfähiges Produkt. Wir brauchen aber unter dem Schlagwort ‚kaskadische Holznutzung’ kein planwirtschaftliches Instrument, das vorschreiben will, wer an wen sein Holz verkaufen darf oder soll. Auch verleitet nicht der real nur geringfügig gestiegene Holzpreis die Industrie zum Abwandern, sondern steigende Lohnkosten, hohe Sozialstandards und Umweltauflagen und andere Standortfaktoren. Außerdem profitiert die Industrie massiv von einem niedrigeren Strompreis, der eine Folge der Forcierung erneuerbarer Energien im Ökostromregime ist.
Wir appellieren noch einmal an alle Verantwortlichen, mit uns einen gemeinsamen konstruktiven Weg zu beschreiten, der einerseits Österreich von der absolut ungesunden Abhängigkeit von importierter Fossil-Energie befreit und andererseits im Inland Wertschöpfung und Arbeitsplätze schafft und sichert“, so Titschenbacher abschließend.
LK Österreich

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