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LfL-Standort Poing erzeugt eigene Wärme aus Hackschnitzeln

Um den Ausstoß an CO2 reduzieren zu können, entschied sich die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), am Standort Grub, Poing bei München, ein neues Wärmenetz aufzubauen, das eine Wärmeversorgung über nahezu ausschließlich regenerative Energieträger ermöglicht.

Dabei mussten eine bereits bestehende Biogasanlage sowie mehrere Heizölkessel integriert und der Heizölverbrauch massiv gesenkt werden. Als Hauptwärmelieferant wurde ein Hackschnitzel-Heizwerk gebaut, das Hackgut aus eigenen, nahegelegenen Kurzumtriebsplantagen (KUP) zur Wärmeproduktion nutzt. Dieses Holz lässt sich in einem speziell ausgelegten Bunker lagern, um einen durchgehend effizienten Betrieb des Heizwerks sicherzustellen. Die bereits vorhandenen Heizkessel dienen zukünftig nur noch als Spitzenlast- beziehungsweise Redundanzkessel. Die Abwärme aus der Biogasanlage wird vorrangig ebenfalls über das neue Wärmenetz verwertet. Im neuen Heizwerk will man zudem Landwirte im Umgang mit Hackschnitzelanlagen als regenerativer Heizquelle schulen.

Umstellung von Öl auf Bioenergie

Für die Beheizung der Liegenschaft Grub werden jährlich circa 300.000 l Heizöl benötigt“, berichtet Philipp Purucker, Koordinator Energiewirtschaft und Energiekonzepte bei den Bayerischen Staatsgütern. Im Rahmen der Energiewende will man jetzt einen möglichst großen Anteil der Wärmeversorgung über regenerative Energieträger bereitstellen. Mit der Errichtung einer Biogasanlage, deren Abwärme teilweise zur Beheizung der nahegelegenen Gebäude verwendet wird, wurde bereits vor einigen Jahren ein erst Schritt getan. Der wesentliche Teil der Wärme ließ sich aber aufgrund fehlender Fernwärmeleitungen nicht nutzen. 2015 entschied die Landesanstalt in, die überschüssige Wärme der Biogasanlage komplett für die Liegenschaft nutzbar zu machen und den restlichen Wärmebedarf ebenfalls über regenerative Energieträger zu erzeugen. Das Projekt wurde zu 45 % über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Hackschnitzelversorgung gesichert

Die LfL verfügt über Energiewälder und Plantagen mit schnellwachsenden Baumarten für Forschungszwecke. Damit war die nachhaltige Ressourcengrundlage zum Betrieb einer Hackschnitzelheizanlage schon gegeben. Aufgrund der Heizlast des Standorts ermittelte die beauftragte Firma eine erforderliche Nennleistung von 600 kW. Die Ingenieure planten zwei Hackschnitzelkessel, einen mit 400 kW und einen mit 200 kW, dazu zwei Wärmespeicher mit jeweils 30 m³, da auch die Abwärme der nahegelegenen BHKWs der Biogasanlage für das neue Wärmenetz genutzt wird. Um Lastspitzen abzudecken werden die beiden bereits vorhandenen Heizölkessel eingegliedert.

Die Hackschnitzel werden in einem speziellen Tagesbunker mit Schub- und Zugboden vor, der zu einer Seite offen und befahrbar ist, sodass bei Bedarf Hackschnitzel auch direkt abgekippt werden können. Hier lässt sich ein Brennstoffvorrat für circa fünf Tage vorhalten. In einer neu gebauten Lagerhalle wird der Großteil des benötigten Brennstoffbedarfs vorgehalten. Sie muss nur zweimal im Jahr befüllt werden. Zwischenwände trennen verschiedene Brennstofffraktionen voneinander. So lassen sich je nach jahreszeitlichem Anfall Waldrestholz und Holz von schnellwachsenden Arten separat vorhalten. Dadurch schafft man eine langfristige Planungssicherheit für den Betrieb und die Ernte der Kurzumtriebsplantagen.

94% Wärme aus Biomasse

Das neue Wärmenetz verbindet alle Gebäude der Liegenschaft miteinander. Um neben einer größtmöglichen Effizienz den geringstmöglichen baulichen Aufwand zu erzielen, hat man sich gegen eine Ringleitung und für eine sternförmige Auslegung entschieden. Dadurch musste die Straße beim Bau weniger oft gequert werden und die Spitzenlasterzeuger ließen sich dezentral in das Netz einbinden.

Die Energieverteilung sieht nun vor, dass 37 % der Wärmeleistung als Grundlast von den BHKWs und 57 % als Mittellast über die Hackschnitzelanlage gedeckt werden. Die Bestand-Ölkessel liefern die restlichen 6 % Spitzenlast. Neben dem Heizwerk, der Biogasanlage und den Heizölkesseln sind in das Netz nun unter anderem das Verwaltungsgebäude, eine Werkstatt in der Schlepperhalle, die Futterhalle mit den angebundenen Kälber- und Kuhställen, Laborgebäude, ein Komplex mit vier Gebäuden, in dem Seminarräume, Büros, die Kantine und ein Internat untergebracht sind, sowie die Baulehrschau II eingebunden. Aktuell wird zudem überprüft, inwieweit andere Liegenschaften der Bayerischen Staatsgüter über regenerative Energiequellen mit Wärme versorgt werden können. Das erfolgreich umgesetzte Konzept in Grub dient dabei als Grundlage für die praxisnahe Entwicklung ähnlicher Projekte.

LfL/Red.

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