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Lethargie am Markt für Wärmeanlagen

Lethargie am Markt für Wärmeanlagen

Die Energiewende im deutschen Wärmemarkt kommt nicht in Schwung. Dies verdeutlicht die vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) und vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks Zentralinnungsverband (ZIV) vorgelegte Auswertung über den energetischen Zustand der Heizungsanlagen in Deutschland.
Bei der gegenwärtigen jährlichen Austauschrate von 3 % braucht es 30 Jahre, um den veralteten Bestand energetisch auf Vordermann zu bringen.
Die Lethargie im Wärmemarkt halte nunmehr seit gut fünf Jahren an und ist für die Energiewende im Heizungskeller kontraproduktiv, so Hans-Günther Beyerstedt, Präsident des ZIV. Von den 6 Mio. in Deutschland installierten Ölkesseln sind gerade einmal etwa 7 % auf dem Stand der Technik (Öl-Brennwerttechnik). Die Austauschrate bei den Ölkesseln sank in den vergangenen zwei Jahren von ehemals ca. 2 bis 3 % auf nunmehr nur noch 1 %. Hier wird es also gut ein Jahrhundert dauern, bis alle alten Kessel auf den Stand der Technik gebracht werden.
 
„Wenn alte Gas- oder Heizölkessel weiter betrieben werden, verschenkt der Betreiber Einsparpotenziale von bis zu 40 %“, so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH. Die Energiewende im Heizungskeller finde damit praktisch nicht statt und Klima- sowie Ressourcenschutzziele der Bundesregierung können nicht erreicht werden.
 
BDH und der ZIV fordern die Politik auf, das Thema ernsthaft aufzugreifen. Immerhin entfällt gut ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs auf die Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden. Würden die hier liegenden CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotenziale beschleunigt gehoben, könnten gut 13 % des deutschen Energieverbrauchs eingespart werden.

 

BDH/ZIV/Red.

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