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Leitender Ministerialrat Karl-Heinz Müller i. R.

Leitender Ministerialrat Karl-Heinz Müller i. R.

Zum 30. April 2012 ging mit Karl-Heinz Müller ein engagierter Forstpolitiker der Thüringer Forstverwaltung in den verdienten Ruhestand. Müller begann nach dem Abitur und der Forstfacharbeiterlehre in Grillenburg/Sachsen ab 1967 mit dem Forststudium in Tharandt, das er 1971 als Diplom-Forstingenieur beendete. Danach begann er am Tharandter Institut für Waldbau/Forstschutz ein Forschungsstudium, das sich mit dem Thema der Senkung von Rotwildschälschäden befasste. Nach zwei Jahren kam das vorzeitige Ende, weil ihm aus politischen Gründen der Abschluss versagt wurde. Trotz dieses „gesellschaftspolitischen Makels“ fand Müller eine berufliche Heimat im Staatsforstbetrieb Gotha (1973 bis 1991). Die ersten Dienstjahre war er auf dem Gebiet der Arbeitsvorbereitung in der Oberförsterei Georgenthal/Thür., anschließend bis 1990 Abteilungsleiter Technik und bis zum Wechsel an das Landwirtschaftsministerium in Erfurt als Fachdirektor Produktion tätig.
In der Phase der Umstrukturierung des Forstwesens in Thüringen ab Anfang 1990 wurden die Erfahrungen von Karl-Heinz Müller für den Aufbau einer arbeitsfähigen, praxisorientierten Verwaltung genutzt. Im Forstausschuss Thüringen und in der obersten Behörde legte er mit viel Engagement den Grundstein für ein demokratisches Forst- und Jagdwesen in Thüringen. Als Referatsleiter für „Forstpolitik und Jagd“ im Thüringer Forstministerium war er für die Erarbeitung von Gesetzentwürfen zuständig. Die Privatwaldbewirtschaftung in Thüringen hat er mit der Schaffung positiver Rahmenbedingungen zu einem forstpolitischen Erfolgsmodell entwickelt. Der thüringische Kleinst- und Kleinprivatwald hat sich unter seiner Regie als „oberster Forstpolitiker“ im bundesweiten Vergleich zu einer der forstwirtschaftlich aktivsten Regionen entwickelt.
Dies ist eine Referenz für seine zielkonstante Forstpolitik und nicht zuletzt für das Gemeinschaftsforstamt, welches die Waldeigentumsarten Privat-, Körperschafts- und Staatswald betreut und dessen Struktur von ihm bis zu seinem Ruhestand verteidigt wurde.
Karl-Heinz Müller hat es immer wieder verstanden, die Forst- und Jagdpolitik so zu gestalten, dass diese wesentlich von der grundlegenden Zusammenarbeit aller Säulen des Waldeigentums geprägt war. Die gemeinsamen Ziele für das Forst- und Jagdwesen zu kommunizieren, waren für Karl-Heinz Müller Maxime seines beispielgebenden beruflichen Engagements.

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