Holzernte

Test Stihl Light 04: Leichtschnittig

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Seit gut einem Jahr ist die dritte Generation der Stihl MS 261 auf dem Markt. Die Säge läutet gewissermaßen eine neue Ära ein, denn sie wird standardmäßig mit der leichten Führungsschiene „Light 04“ und einer Schmalschnittkette mit 1,3 mm Treibgliedstärke ausgerüstet. Wie schlägt sich diese Kombination im Test? Was sagen die Profis zu dieser Entwicklung?

Der Trend zu schmaleren Schneidgarnituren ist in Skandinavien schon seit einigen Jahren erkennbar. Die erste Sägekette, die Husqvarna in Schweden im eigenen Werk selbst herstellte, besaß eine Teilung von .325-Zoll und eine Treibgliedstärke von 1,3 mm. In Deutschland waren die Kunden da bisher eher zurückhaltend. Es gab diesbezüglich aber auch kaum ein Produktangebot, mal abgesehen von den 3/8-Picco-Ketten für die Hobbyanwender. Der erste Testballon von Stihl im Profibereich war der sogenannte „Tuningkit“ für die MS 261 mit einer schmalen Schiene und einer entsprechenden Vollmeißelkette in 3/8-Picco-Teilung. Diese Kombination zeigte in unserem Vergleichstest in F&T 4/2017 eine sehr gute Performance. Trotzdem hat sich das Produkt in der Branche nicht sehr weit verbreitet. Ein Nachteil dabei war: Man musste auch das Antriebsritzel dafür tauschen.

Die beliebte Universalsäge Stihl MS 261 ist jetzt serienmäßig mit einer solchen schmalen Schneidgarnitur ausgestattet. Es handelt sich dabei aber trotz der schmaleren Nutbreite von 1,3 mm weiterhin um eine Sägekette mit der Teilung .325. Also lassen sich vorhandene Schneidgarnituren ohne Umbau an der Säge weiter nutzen.

Es gibt natürlich immer noch Leute, die so einem Downsizing skeptisch gegenüberstehen. Bei unserem Test wollen wir die Werbeaussage von Stihl „20 % höhere Schnittleistung gegenüber der Standard-Schneidgarnitur“ selbst verifizieren. Also haben wir uns am Holzplatz eine astfreie Buche gesucht, die im Durchmesser ziemlich genau die volle Schnittlänge ausnutzt und dort per Videoauswertung die Zeiten gemessen. Auf ein- und dieselbe Motorsäge Stihl MS 261 montierten wir zuerst die bisherige Standardausrüstung: eine Führungsschiene Rollomatic E mit 1,6 mm Nutbreite und die dazugehörige Sägekette Rapid Super (RS). Danach wechselten wir auf die Light 04-Schiene mit der .325“ Super 3 Pro-Kette. Mit durchschnittlich 11,78 s pro Schnitt war die neue Kette etwas mehr als 18 % schneller durchs Holz als die alte mit 13,95 s.

Unsere Erkenntnisse zur Standfestigkeit der Sägekette und zur Biegesteifigkeit der Führungsschiene Light 04 finden Sie in der Forst&Technik Ausgabe 7/2021 oder in unserer digitalen Ausgabe.

Heinrich Höllerl