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Österreich führt Lehrberuf Forsttechnik ein

Österreich führt Lehrberuf Forsttechnik ein

Der Bundes-Berufsausbildungsbeirat in Österreich hat im November die Ausbildungsverordnung für den neuen Lehrberuf Forsttechnik auf den Weg gebracht. Die dreijährige Ausbildung wird vor allem den Umgang mit Harvester, Forwarder und Seilkran vermitteln, umfasst aber auch die klassischen Forstarbeiten, wichtige Schlüsselkompetenzen und den F-Führerschein. Eine Verkürzung der Lehrzeit ist möglich, zum Beispiel wenn bereits ein Abschluss als Forstfacharbeiter vorliegt. Die Ausbildungsverordnung soll am 1. Juni 2016 in Kraft treten. Sie gilt vorerst als Versuch und wird Mitte 2021 noch auf ihre Zweckmäßigkeit hin überprüft. Der Vorsitzende des Österreichischen Forstunternehmer-Verbandes (ÖFUV), Peter Konrad, erwartet, dass im Herbst die ersten 10 bis 15 Auszubildenden bei den Forstunternehmen anfangen werden. Wie in Deutschland erlernen sie ihren Beruf praxisnah in den Betrieben, haben aber in dieser Zeit regelmäßig Berufsschulunterricht und nehmen an Lehrgängen der forstlichen Ausbildungsstätten teil.Wie Konrad einräumt, sind einige Fragen noch nicht geklärt. Welche Kriterien müssen Ausbildungsbetriebe und Ausbilder erfüllen? Wie können Ausbildungsverbünde gebildet werden? Probleme bereitet auch das Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz. Ihm zufolge darf ein minderjähriger Lehrling zwar mit der Motorsäge arbeiten, darf mit dem F-Führerschein Schlepper auf öffentlichen Straßen fahren und darf auch mit dem Forwarder in den Wald. Aber er darf kein Holz laden! Bis solche Probleme gelöst sind, kommt die Ausbildung in erster Linie für Schüler in Betracht, die an den landwirtschaftlichen Fachschulen die Fachrichtung Forstwirtschaft wählen. Sie sind nach dem Abschluss volljährig und fallen nicht mehr unter das Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz.Die forstlichen Ausbildungseinrichtungen (FAST) in Österreich sind in die neue Ausbildung eingebunden. Die FAST Ossiach wird als Kompetenzzentrum für die Seilkranausbildung zuständig sein. Kompetenzzentrum für die Harvester- und Forwarder-Ausbildung ist die FAST Ort bei Gmunden. Sie zieht im Herbst 2016 gemeinsam mit der Forstfachschule Waidhofen/Y. in einen Neubau ins 11?km entfernte Traunkirchen. Peter Konrad geht davon aus, dass beide Schulen noch in moderne Forsttechnik werden investieren können.Der ÖFUV hat seit 2010 hartnäckig für den neuen Lehrberuf Forstmaschinentechniker gekämpft. Maßgeblich unterstützt hat den Verband dabei die Wirtschaftskammer Österreich (entspricht in Deutschland der Industrie- und Handelskammer), bei der 3.870 Holzschlägerungsunternehmen Pflichtmitglieder sind.

Oliver Gabriel
  Für Forstmaschinenfahrer wurde in Österreich eine eigenständige Berufsausbildung erarbeitet. Foto: P.  Schulze/dpa

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