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Mehr Lebensraum für Schwarzstörche in Schleswig-Holstein

Mehr Lebensraum für Schwarzstörche in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein haben in diesem Jahr sieben Schwarzstorch-Paare ein Revier besetzt (2010 ebenfalls 7 Reviere) und von diesen haben mindestens vier Paare erfolgreich 15 Jungstörche erbrütet. Dennoch stagniert im Gegensatz zur positiven Brutbestandsentwicklung in Deutschland die Bestandsentwicklung im nördlichsten Bundesland bzw. zeigte jahrweise deutliche Abnahmen. Daher soll der Schwarzstorchschutz in Schleswig-Holstein verbessert werden. 10 ausgewählte Schwarzstorchreviere (5 aktuell besetzte und 5 ehemals besetzte) werden derzeit von einem Biologenbüro untersucht, um die aktuelle Habitatausstattung der Brut- und Nahrungsreviere genau zu kennen und letztlich fehlende Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Brutverlauf zu identifizieren. Aufgrund der erarbeiteten Grundlagen sollen dann in den kommenden Jahren in ausgewählten Regionen zielgerichtete Artenschutzmaßnahmen durchgeführt werden.
Der Schwarzstorch besiedelt vorzugsweise störungsarme Laub- und Mischwälder, die von ausgedehnten Waldbachsystemen durchzogen sind. Diese sind in Schleswig-Holstein nur noch selten zu finden, zumeist in den Wäldern der Holsteinischen Geest. In Ostholstein gibt es nur vereinzelt noch Forellenbäche in denen die Schwarzstörche gerne nach Nahrung suchen. Viele der ehemals Natürlichen Fließgewässer sind heute verrohrt oder künstlich verändert. In den Offenlandgebieten bilden gehölzbestandene Fließgewässer ein wichtiges Nahrungshabitat. Neben Fischen ernährt sich der Schwarzstorch auch von Amphibien und Wirbellosen (z. B. Köcherfliegenlarven, Ringelwürmer und Krebse).
Die Projektgruppe Seeadlerschutz empfiehlt dringend zu Erhalt und Förderung des Schwarzstorches:
  • Erhaltung alter Laubwälder
  • Neuwaldbildung in Bachtalauen
  • Entrohrung von Bachläufen
  • Wiederherstellung von alten Bachläufen (Remäandrierung)
  • Schutz von freilebenden Forellenbeständen
  • Sicherung der aktuellen Horststandorte durch Einrichtung von so genannten
  • Horstschutzzonen (im 300 m Radius um die Horste)
Diese Forderungen sollen jetzt durch detaillierte Untersuchungen in den einzelnen Regionen konkretisiert werden. Mit Hilfe von landesweiten Umsetzungsprogrammen  wie der Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) und Natura 2000 sollen die Artenschutzmaßnahmen in enger Abstimmung mit den betroffenen Grundeigentümern zügig umgesetzt werden.
Unterstützung bekommen die Schwarzstorchschützer dabei auch von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), denn in den landeseigenen Wäldern haben sich in diesem Jahr zwei Schwarzstorchpaare angesiedelt. Die seit dem 1. Juli 2008 bestehende enge Kooperation zwischen den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) und der Projektgruppe Seeadlerschutz zum »Großvogelschutz im Wald« sichert eine gute Zusammenarbeit in den einzelnen Forstrevieren.
SHLF

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