ABO
„Laubholzstudie Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt

„Laubholzstudie Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt

Im Rahmen der LIGNA 2015 stellte nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel am 11. Mai in Hannover die „Laubholzstudie Nordrhein-Westfalen“ vor. In der Studie werden das Aufkommen und das Marktpotenzial von Laubholz in Nordrhein-Westfalen dargestellt. Zudem beinhaltet die Studie Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge zur Erschließung der Laubholz-Marktpotenziale.
Neue Perspektiven für die Ressource Laubholz
„Die Wälder in NRW werden zukünftig immer mehr Laubholz beinhalten. Daher müssen für das Laubholz auch verstärkt werthaltige Verwendungsmöglichkeiten erschlossen werden“, sagte Minister Remmel. „Hierzu sollen innovative Produkte entwickelt und am Markt eingeführt werden, die von den Kundinnen und Kunden nachgefragt werden und die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Laubholzindustrie in NRW stärken.“
Der Klimawandel stellt unsere Wälder vor Herausforderungen, denen sich die Forst und Holzwirtschaft jetzt stellen muss. „Unsere Forstleute setzen sich seit Jahren erfolgreich für mehr Mischwälder mit mehr Laubholz ein, um auch in Zukunft stabile und gesunde Wälder bewirtschaften zu können. Gleichzeitig fördern wir die Erforschung und Entwicklung neuer Verwendungsmöglichkeiten für Laubholz, um die heimische Holzwirtschaft bei diesem Kraftakt zu unterstützen“, betonte Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW. Eine sinnvolle Holzverwendung schaffe nicht nur Arbeitsplätze, sondern treibe den Waldumbau voran und leiste durch die Substitution von klimaschädlichen Rohstoffen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, so Wiebe.
Rahmenbedingungen für neue Laubholzprodukte sehr positiv
Die Laubholzstudie NRW zeigt, dass der Laubwaldanteil mit aktuell 57 % zugenommen hat (Buche 19 %, Eiche 17 %). Jährlich werden etwa 2 Mio. Fm Laubholz genutzt (davon 1,2 Mio. Fm Buche und 0,4 Mio. Fm Eiche). Den größten Vorratszuwachs im stärkeren Laubholz (ab 50 cm Brusthöhendurchmesser) weist die Eiche auf (5,7 Mio. Fm). Rund drei Viertel des Laubholzaufkommens aus der nordrhein-westfälischen Forstwirtschaft wird innerhalb des Landes abgenommen, überwiegend als Industrie- und Energieholz.
Die Laubholz-verarbeitende Industrie (Sägeindustrie, Holzwerkstoffindustrie) in NRW unterliegt seit Jahren einem Strukturwandel, was mit sich verringernden Verarbeitungskapazitäten einhergeht. Mit dem global bedeutende Cluster der Möbelindustrie in Ostwestfalen-Lippe verfügt NRW über ein Schwergewicht der Holzindustrie. Eine Branchenbefragung im Rahmen der Studie ergab, dass die Produktions- und Wertschöpfungsketten beim Laubholz zwischen der Forstwirtschaft und der Holzbearbeitung (Sägeindustrie, Holzwerkstoffindustrie) räumlich eng verknüpft sind. Die weiterverarbeitenden Holzwirtschaft (Möbelindustrie, Holzhandwerk, Holzbau) weist bei der Beschaffung ihrer Vorleistungen häufig nicht einen solch engen räumlichen Bezug auf. So weist etwa die Möbelindustrie in Ostwestfalen-Lippe nur einen begrenzten Bezug zu den dortigen Laubwäldern auf.
Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Markteinführung neuer Laubholzprodukte werden in der Studie als sehr positiv eingeschätzt. So verfügt NRW über umfangreiche Laubholzressourcen, eine starke Laubholzindustrie, neue Forschungskapazitäten an Hochschulen, eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur sowie einen der größten Verbrauchermärkte in Europa. Weitere Chancen für innovative Laubholzprodukte liegen etwa in der starken Chemieindustrie in NRW.
Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge
Bei den in der Studie beschriebenen Handlungsfeldern und Maßnahmenvorschlägen zur Erschließung der Laubholz-Marktpotenziale bildet der Markt der Gebäudemodernisierung in NRW einen Schwerpunkt. So werden besondere Chancen in der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung und verstärkten Markteinführung von Laubholzprodukten in der Gebäudedämmung und in der konstruktiven Verwendung (z. B. Buchen-Furnierschichtholz) gesehen. Für den chemischen Aufschluss von Holz und auch für entsprechende Verbundwerkstoffe werden perspektivisch völlig neue Anwendungsgebiete erwartet.
Workshops geplant
Die Analysen und Handlungsempfehlungen der Laubholzstudie NRW sollen nun in fachspezifischen Workshops aufgegriffen und weiterentwickelt werden. „Die Landesregierung hat mit der Laubholzstudie einen wichtigen Impuls für eine zukunftsorientierte Laubholznutzung in NRW gegeben“, sagte Minister Remmel. „Nun sind die Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Cluster Forst und Holz aufgerufen, konkrete Umsetzungsprojekte für die Entwicklung und Einführung innovativer und marktfähiger Produkte auf den Weg zu bringen.“
Die „Laubholzstudie Nordrhein-Westfalen“ wurde im Auftrag des Umweltministeriums durch das forstliche Beratungsunternehmen Unique Forestry and Land Use GmbH erstellt worden. Die Studie ist abrufbar unter: www.umwelt.nrw.de
MKULNV Nordrhein-Westfalen

Auch interessant

von