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Laubholzsaison startet hoffnungsvoll

Die aktuelle Geschäftslage der Laubholzsägewerke wird von diesen als unverändert gut bis befriedigend eingeschätzt. Im ersten Halbjahr 2018 wurde weniger Laubschnittholz exportiert, als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Beim stark exportlastigen Buchenschnittholzmarkt wurden knapp 700.000 m³ in die Länder der EU und über 200.000 m³ in andere Länder geliefert. Wichtigstes Exportland in der EU ist Polen mit gut 18.000 m³. Die wichtigsten außereuropäischen Destinationen sind China (85.000 m³), die USA (34.000 m³) und Mexiko (28.000 m³).

Eine Ursache für den Mengenrückgang ist die nasse Witterung der vergangenen Laubholzsaison und die deswegen reduzierte Rundholzmenge. Für die kommenden Monate rechnen die Laubschnittholzproduzenten trotz der Unsicherheiten in den USA und China mit stabilen Märkten und besonders bei Eiche mit steigenden Schnittholzpreisen.

Die Verhandlungen über Buchenstammholz erfolgten in diesem Jahr sehr früh. Trotz der attraktiven Frühlieferprämien von bis zu 20 €/Fm waren bisher nur wenige Forstbetriebe in der Lage, Buchenstammholz im August bzw. Anfang September bereitzustellen. Die Aufarbeitungskapazitäten sind fast vollständig in der Sturm- und Käferholzaufarbeitung gebunden. Erst wenn die Käferholzaufarbeitung wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit im Oktober pausiert, ist mit einer höheren Buchenstammholzbereitstellung zu rechnen.

Da die Einnahmeziele vieler Forstbetriebe bereits durch Zwangsanfälle erfüllt sind und zudem die Arbeitskapazitäten vieler Forstverwaltungen bis zum Limit ausgelastet waren, ist insgesamt mit einer geringeren Angebotsmenge an Buchenstammholz zu rechnen. Die Preise für Buchenstammholz sind bei ersten bekanntgewordenen Abschlüssen leicht angestiegen.

Die in der Laubwertholzsaison 2017/2018 verkaufte Menge war einem Bericht des EUWID zufolge witterungsbedingt um 9 % geringer als im Vorjahr. Der Preis für Eichenwertholz ist erneut gestiegen und betrug durchschnittlich 539 €/Fm, was einer Preissteigerung von 7,2 % entspricht. Für diese Saison wird mit einer sehr guten Marktlage für Eichen- und Eschenwertholz gerechnet. Ahorn und Kirsche werden voraussichtlich wie bisher weniger gefragt sein. Wegen der in der Kalamitätsbewältigung gebundenen Kapazitäten wurde der traditionelle Termin der Northeimer Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission von Anfang Januar auf Ende Februar 2019 verschoben.

Industrieholzmärkte stabil

Die gute wirtschaftliche Lage der Zellstoff- und Holzwerkstoffindustrie und die damit verbundene rege Produktionstätigkeit hat trotz des hohen Angebots an Sägerest- und Industriehölzern bisher nicht zu einem Preisdruck auf die Industrieholzmärkte geführt. Außerdem sind in Skandinavien und Tschechien neue Produktionskapazitäten in nennenswerter Größenordnung entstanden, die ihrerseits entsprechende Industrieholzmengen binden.

Nadelindustrieholz in F/K-Qualität erlöst derzeit in Norddeutschland 19 bis 24 €/Rm. Für OSB-Qualitäten werden 22,80 €/Rm bis 25,50 €/Rm gezahlt. Schleifholz erbringt bundesweit 28 bis 34 €/Rm.

Buchenindustrieholz ist wegen des reduzierten Einschlags der vergangenen Saison knapp. Die Preise liegen zwischen 40 bis 45 €/Fm und könnten im Laufe der Saison ansteigen. Das Gleiche gilt für Automatenholz, also Buchenrundholz in Standardlängen für die automatisierte Scheitholzproduktion. Für dieses Sortiment sind bereits jetzt Angebotspreise bekannt geworden, die 10 €/Fm über denen des Vorjahrs liegen.

Die Nadelrundholzmärkte sind wegen der Kalamitätsholzmengen, aber auch wegen des bisher nur wenig verminderten Frischholzeinschlags stark unter Druck geraten. Ungebundene Mengen sind derzeit häufig nicht absetzbar. Wegen der europaweiten Kalamität wird es Monate dauern, bis sich die Rundholzmärkte erholen werden. Nur eine drastische Frischholzeinschlagszurückhaltung kann Licht am Ende des Tunnels bringen. Viele Forstbetriebe konzentrieren sich ab Oktober auf den Laubholzeinschlag. Die Preislage ist gut und der Markt aufnahmefähig – für viele eine willkommene Rückkehr zur Normalität.

Michael Degenhardt, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Forstamt Südniedersachsen Quellen: u. a. EUWID, Holzzentralblatt, Holzjournal

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