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Laubholzsäger im VDS kritisieren Rundholzexport

Laubholzsäger im VDS kritisieren Rundholzexport

Unter Beteiligung von mehr als 20 Unternehmern aus dem gesamten Bundesgebiet veranstaltete der Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS) sein 1. Laubholzforum 2011 in Schwalmstadt-Treysa. Gastgeber des Treffens war die Firma ABALON Hessen GmbH. Nach der Werksführung beschäftigten sich die Laubholzunternehmer mit der aktuellen Marktlage, dem aktuellen Informationsstand zum Thema Rahmenvereinbarung Rohholz (RVR) und den beabsichtigten Ausweisungen von Wildnisgebieten in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Situation der Laubholz verarbeitenden Betriebe hat sich im Vergleich zu den Vorjahren erholt, das war die mehrheitliche Meinung. Insbesondere wurde das 1. Quartal 2011 positiv bewertet, während danach allerdings eine Abschwächung des Marktes hingenommen werden musste. Gleichwohl wurde die Entwicklung des Schnittholzpreises als unzureichend bewertet. Lediglich in dem niedrigpreisigen Exportsortimenten und bei Eichenschnittholz konnte eine positive Preisentwicklung festgestellt werden. Der Absatz von hochwertigem Buchenschnittholz ist immer noch unbefriedigend.

Die Preisentwicklung auf den Rundholzmärkten wird mit Skepsis gesehen. Dies betrifft insbesondere Buchensortimente, die mit den Brennholzkunden in Konkurrenz stehen.

Kritisch wurde vor allen Dingen die wieder zunehmende Tendenz im Rundholzexport gesehen. Während im Jahr 2010 der Rundholzexport von Eiche um 3,0 % bzw. von Buche um 14,7 % gegenüber dem Vorjahr 2009 gestiegen ist, haben sich diese Zahlen im 1. Quartal 2011 deutlich verschlechtert. Der Eichenrundholzexport hat allein im 1. Vierteljahr um 20,9 %, der Buchenrundholzexport um knapp 80 % (!) zugenommen. Zwar sind die Exportzahlen ab April wieder rückläufig, dennoch sieht das VDS-Laubholzforum genügend Anlass, diese Entwicklung im Auge zu behalten. Die Laubholzsäger sehen in dieser Tendenz – neben den ohnehin zunehmenden Bestrebungen zur Ausweisung von Nationalpark- und Wildnisgebieten – eine ernsthafte Gefährdung ihrer Rundholzversorgung. Der VDS wird dieses Thema daher zum Gegenstand anstehender Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern machen.

Neben der Marktdiskussion, die großen Raum eingenommen hat, wurde der aktuelle Stand zu den Verhandlungen um eine Rahmenvereinbarung Rohholz (RVR) diskutiert. Zwar gab es unterschiedliche Auffassungen über die zeitliche Dringlichkeit einer RVR, Einigkeit bestand allerdings darüber, dass das vorliegende Konzept diskutiert werden müsse. Dies betrifft sowohl Kriterien wie „Drehwuchs“, aber auch Krümmung und Astigkeit. Die Teilnehmer des VDS-Laubholzforums waren sich darüber einig, dass zusammen mit Vertretern des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) Sortiermerkmale am Stamm diskutiert werden sollten, um die gemeinsamen Gespräche mit der Forstseite fachgerecht vorzubereiten.
 

VDS

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