Holzverkauf und Holzpreise

Laubholzgespräche: Säger mit Zukunftssorgen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Branche blickt bei steigenden Rundholzpreisen trotz guter Absatzbedingungen beim Schnittholz mit Sorge in die Zukunft. Durch die im fünften Jahr anhaltende Kalamität infolge von Dürre, politische Bestrebungen nach Nutzungseinschränkungen besonders im Laubholz, sowie eine sich zuspitzenden Energiekrise aufgrund geopolitischer Entwicklungen ist der Markt unruhig.

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Laubholzgespräche haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Forstbetrieben mit laubholzverarbeitenden Unternehmen aus ganz Deutschland getroffen, um die aktuellen Marktentwicklungen besonders im Hinblick auf die mittelfristige Rohstoffversorgung zu diskutieren.

Holz wird knapper

Ziel der durch den Deutschen Forstwirtschaftsrat e.V. (und Deutschen Holzwirtschaftsrat e.V.) organisierten Veranstaltung ist neben dem fachlichen Austausch auch das Erarbeiten gemeinsamer Lösungsansätze für Herausforderungen des Clusters Forst und Holz.

Noch immer sei ein beträchtlicher Teil des Gesamteinschlages Schadholz. Einschlagsstopps und Nutzungsextensivierungen sowie die sich überschlagenden Ereignisse in der aktuellen Energiekrise belasten zunehmend die Branche. Der für Holzbranche und Verbraucher verfügbare Rohstoff Holz werde sich unter den jetzigen Bedingungen verknappen. Bis jetzt sind vor allem die Energieholzpreise massiv gestiegen.

Buche: Brennholz treibt Preise nach oben

Bei der Buche sei im Zuge dieser Entwicklung ein hoher Preisdruck aus den geringerwertigen Sortimente Energie und Industrieholz entstanden. Dadurch erwarte man auch einen Preissprung bei Schnitt- und Rundholz. Internationale Markteilnehmer können über den Export des in Deutschland produzierten Laubschnittholzes diesem Preisdruck derzeit standhalten. Ob bei einer weiteren Verknappung von Rohholz und Preissteigerung bei Fertigware diese Entwicklung angesichts einer drohenden Rezession stabil bleibe, sei abzuwarten.

Steigende Rohholzpreise stellen forstseitig die Basis dar, um Mobilisierung voranzutreiben. Dies werde angesichts vorangetriebener Holzbauoffensiven und den von Bund und einigen Ländern anvisieren Rahmenbedingungen eine Herausforderung. Die Produktionsleistung von Buchen-Schnittholz sei stabil, liege jedoch rund 10 % unter dem Level vor Corona.

Eiche mit Rekordpreisen

Die Eiche bleibt auf dem Markt weiterhin stark nachgefragt. Die Preise im Meistgebotsverfahren auf den Submissionsplätzen erreichen nach wie vor Rekordhöhe. Trotzdem werde auch weiterhin Rundholz zur Versorgung der heimischen Eichensägewerke im Freihandverkauf zur Verfügung gestellt.

Aber auch die Eiche habe zunehmend Probleme mit holzzerstörenden Insekten. Eine rascherer Abtransport scheine zukünftig zum Erhalt der Holzqualität von wesentlicher Bedeutung zu sein. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stelle je nach Zertifizierung der Betriebe sowie aufgrund auslaufender Genehmigungen keine Alternative dar.

Buntlaubholz: Herausforderung Qualität

Buntlaubholz falle nur in Kalamitätsschwerpunkten vermehrt an und bleibe bei der Normalnutzung oftmals ein Nebenprodukt. Diese Situation werde sich im Zuge der steigenden Laubholzanteile in den Beständen aber sukzessive ändern. Die Esche finde als „Ersatzholz“ für Eiche nach wie vor guten Absatz. Beim Buntlaubholz stelle die arteigene Qualität in der Verwendung eine besondere Herausforderung dar. Oftmals finde nur das Erdstammtück hochwertige stoffliche Verwendung.

In Sachen Waldschutz, insbesondere Eschen Triebsterben und Rußrindenkrankheit, stagniere das Aufkommen, von Entwarnung könne hier aber nicht die Rede sein.

Fazit: Klimaschutz nur mit Holznutzung

Die Teilnehmer des Forst und Holz Clustertreffens waren sich in ihrem Fazit angesichts der aktuellen Situation mit den großen Herausforderungen der Klimakrise und dem Weg hin zu mehr Bioökonomie einig: Der gesamtheitliche Ansatz einer nachhaltigen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung in einem dicht besiedelten Industrieland mit breiter Eigentumsstreuung und hohen gesellschaftlichen Ansprüchen an die Leistungen des Ökosystems Wald ist ein wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz.

Nur durch Mobilisierung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und verstärkte Holzverwendung kann der Weg hin zur Bioökonomie erfolgreich beschritten werden. Die Politik ist hier im Dialog gefordert, gemeinsam mit den betroffenen Akteuren eine Holzstrategie zu entwickeln.

Quelle: DFWR