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Bei der Holzart Buche wird eine kalamitätsbedingte Zurücknahme von Einschlägen prognostiziert.

Laubholzgespräche in Zeiten des Klimawandels

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Laubholzgespräche haben sich am 8. September Vertreter der laubholzverarbeitenden Betriebe und der Forstbetriebe aus ganz Deutschland ausgetauscht. Sowohl für die Forst-, als auch die Sägerseite zeigte sich bei den Gesprächen, dass die aktuell herausfordernde Situation zusätzlich durch die Corona-Pandemie erschwert wird. Kurzarbeit, volle Lager, hohe Schadholzmengen, beeinträchtigte Absatzmärkte und Unsicherheiten des regionalen sowie des Exportmarktes erschweren die Bedingungen.

Schäden an der Baumart Buche, die bereits letztes Jahr bedingt durch die Trockenheit großflächig aufgetreten waren, sind weiterhin auf hohem Niveau. Dies betrifft insbesondere Buchen auf trockenen und wechselfeuchten Standorten. Aufgrund der schwer vorhersehbaren Entwicklung des weiteren Schadholzaufkommens und der Märkte gilt es jetzt flexibel und nicht zu weit vorausschauend zu handeln. Wesentlich ist jedenfalls eine schnelle Aufarbeitung des Schadholzes, bei der auf eine entsprechende „frühzeitige Zopfung“ sowie einen zeitnahen Abtransport aus dem Wald geachtet werden muss, um zusätzliche Qualitätsverluste zu verhindern.

Entwicklung für die Holzarten Buche, Eiche und Esche

Bei der Holzart Buche wird eine kalamitätsbedingte Zurücknahme von Einschlägen prognostiziert. Diese trifft auf eine aktuell reduzierte Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr. Die Forstseite ist auf eine gewisse Abnahmemenge an Schadholz bei der Bereitstellung von Buchenholz angewiesen. Die Qualitäten werden, wie im Normalbetrieb, gemäß RVR eingestuft.

Für die Holzart Eiche besteht weiterhin konstanter Bedarf durch die bearbeitende Holzindustrie, wobei der Absatz schlechterer Qualitäten vermutlich schwierig sein kann. Für gute Qualitäten wurden im vergleichbaren Vorjahr angemessene Preise bezahlt. Sorgen bereitet weiterhin die Ausbreitung des Eichenkernkäfers, der zu Schäden im Holz führt und damit zur Entwertung von Eichenholz beiträgt. Um dies möglichst zu verhindern sollte besonders auf eine schnelle Abfuhr aus dem Wald und auf eine räumlich getrennte Polterung von befallenem und frischem Holz geachtet werden, sodass noch nicht befallenes Holz frei von Schäden bleibt.

Die Holzart Esche bleibt in einem eigenen Markt, der weiterhin überwiegend vom Export getragen wird und damit unter dem Einfluss von weltpolitischen Entscheidungen steht. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Angebotsspitze überschritten ist und es unklar ist, wie sich der Bedarf über die Saison weiter entwickeln wird.

Das übrige Laubholz findet, wie in den Vorjahren, mit Ausnahme der Submissionsqualitäten kaum Nachfrage.

Quelle: Plattform Forst & Holz

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