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Laubholzgespräch in Baden-Württemberg

Der Verband der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg (VSH) und Vertreter des Landesbetriebs ForstBW, der Forstkammer sowie des Großprivatwaldes führten am 13. Oktober 2014 das traditionelle Laubholzgespräch.
Kartellverfahren. Einen großen Raum nahm im diesjährigen Gespräch das Verfahren des Bundeskartellamtes gegen das Land Baden-Württemberg und die derzeitige Organisation der Rundholzvermarktung ein. Wie die zukünftige Forststruktur und die Struktur der Rundholzvermarktung im Land aussehen wird, kann heute noch nicht sicher eingeschätzt werden. Der Verband VSH betont, dass er Wert legt auf die Schaffung von Strukturen, die den Aufwand für die Versorgung mit Rundholz überschaubar halten und andererseits auch die Versorgung der kleinen und mittelständischen Betriebe sicherstellt. Dazu sind aus Sicht des VSH auch im Staatswald dezentrale Strukturen erforderlich.
RVR Sortierkriterien Laubholz. Der Landesbetrieb ForstBW bleibt bei seiner Haltung, die Qualitätssortierung Laubholz nach RVR-Kriterien erst dann einzuführen, wenn auch die Regelungen des allgemeinen Teils verabschiedet sind. Da dies bisher nicht der Fall ist, wird eine Einführung in dieser Laubholzsaison nicht mehr erfolgen. Die Mitglieder des VSH sowie die Vertreter des Privat- und Körperschaftswald sehen darin kein Problem. Wenn die Voraussetzungen geschaffen sind, wollen die Vertreter von Forst- und Sägerseite die Qualitätssortierung mit ausreichend zeitlichem Vorlauf gemeinsam einführen.
FSC-Zertifizierung. Durch die FSC-Zertifizierung des Landesbetriebs ForstBW mit den darin geforderten Referenzflächen und der Einführung der neuen waldbaulichen Produktionsprogramme, den neuen Waldentwicklungstypen, befürchten die Vertreter der Laubholzsägewerke eine schwieriger werdende Versorgung mit dem nötigen Rundholz und v. a. kleinere Mengenanfälle pro Waldort. Dadurch könnten die ohnehin stark gestiegenen Transportkosten noch weiter erhöht werden. Die Forstbetriebe haben ihrerseits natürlich ein Interesse daran, dass sinnvoll vermarktbare Einheiten anfallen und können etwa durch Pflegeblockbildung und entsprechende Losbildung reagieren.
Marktentwicklung
Die Vertreter des Waldbesitzes berichten einheitlich von einer sehr starken Nachfrage nach Buchenstammholz. Einige einheimische Abnehmer und die meisten Exporteure wollen sehr frühe Bereitstellungen und sind bereit, hohe Frühlieferprämien zu bezahlen. Deswegen werden die Forstbetriebe teilweise mit dem Einschlag früh beginnen, sofern dies hinsichtlich der Arbeitssicherheit möglich ist. Die einheimischen Sägewerke werden deswegen gebeten, für ihren Bedarf frühzeitig mit den Lieferanten entsprechende Vereinbarungen zu treffen, soweit dies nicht bereits geschehen ist. Beide Seiten erwarten Preissteigerungen.
Ohne Berücksichtigung etwaiger Frühlieferboni, werden von der Forstseite, teilweise gestützt auf bereits erfolgte Abschlüsse, die Erhöhungen zum Vorjahr mit 2 bis 5 €/Fm angegeben. Die Säger sehen dagegen bezogen auf die Gesamtsaison nur Erhöhungen zwischen 2 und 3 €/Fm für realistisch an. Weiter sehen sie die Frühlieferboni teilweise kritisch und betonen, dass dies nicht dazu führen darf, dass sie nur sehr späte Lieferungen erhalten. Die Waldbesitzer sichern zu, sich um eine ausgewogene und rechtzeitige Belieferung zu bemühen. Sofern die Witterung es zulässt wird grundsätzlich sogar mit einer frühen Gesamtrealisierung des Bucheneinschlages gerechnet.
Die Nachfrage nach rotkernigem Holz hat im Vergleich zu den Vorjahren nachgelassen. Grundsätzlich sehen beide Seiten die hohen Asien-Exportanteile an Rund- und Schnittholz, die mittlerweile 40 bis 50 % der gesamten Buchenmenge ausmachen dürften, als kritisch an, da es bei Marktstörungen zu erheblichen Auswirkungen auf die Holzbranche kommen könnte. Eine Trendwende beim inländischen Massivholzbedarf ist nicht in Sicht.
Wie schon in den Vorjahren übersteigt bei Eichenstammholz die Nachfrage das Angebot und die Preise werden absehbar nochmals steigen. Die Sägerseite betont, dass nur moderate Preissteigerungen verkraftbar seien. Insbesondere Erhöhungen in der Stärkeklasse L 3 werden kritisch gesehen, da hier in erster Linie Produkte für Fußböden hergestellt werden, wo Preiserhöhungen aufgrund der internationalen Märkte kaum weitergegeben werden können.
Da die Produktion von Eichensortimenten für viele einheimische Sägewerke von entscheidender Bedeutung ist, mahnen die Sägewerke eine ausreichende Versorgung mit entsprechendem Rundholz an. Die Einschlagsmöglichkeiten sollen genutzt und die heimischen Sägewerke beim Verkauf ausreichend beteiligt werden.
Bei der Roteiche war im vergangenen Jahr eine starke Nachfrage mit steigenden Preisen zu verzeichnen. Für die beginnende Saison sehen beide Seiten eine Stabilisierung von Menge und Preisen auf dem Vorjahresniveau.
Die starke Nachfrage nach Esche scheint weiter anzuhalten. Sowohl einheimische Verarbeiter als auch Exporteure sind stark an der Baumart interessiert. Deswegen erwarten sowohl Waldbesitzer als auch Säger, dass sich die im letzten Jahr angestiegenen Preise auf dem erreichten Niveau halten werden.
Bei Ahorn, Erle und Kirsche zeichnet sich leider keine Verbesserung ab. Die zurückhaltende Nachfrage dauert nun schon erstaunlich lange an. Die Bereitstellung dieser Baumarten soll möglichst auf geringem Mengenniveau erfolgen.
VSH Baden-Württemberg, Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg

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